Dienstag 21. September 2010

Katze aus dem Sack!

Genossenschaftsbanken wollen massive Verschlechterungen!

In einem Interview mit der Zeitschrift Geno-Graph bekennt Axel Lekies, Verhandlungsführer des AVR, des Arbeitgeberverbandes der Volks- und Raiffeisenbanken, Farbe. Er verkündet die Verschlechterung der Bezahlung der Beschäftigten in den Marktfolge- oder Marktservice-Einheiten als Ziel. Darüber hinaus will er die Schutzmechanismen für über 50-jährige im Tarifvertrag schleifen! Die Erfüllungsgehilfen des AVR stehen bereit! DBV und DHV sind – nach eigener Aussage(!) – bereit, über diese Punkte zu beraten! Und das ohne mit Ihnen, den Beschäftigten der Genossenschaftsbanken, Rücksprache zu nehmen! Hinter Ihrem Rücken soll der Tarifvertrag erneut deutlich verschlechtert werden! Wenn Sie sich den Schutz eines fairen und angemessenen Tarifvertrages sichern wollen, werden Sie ver.di-Mitglied! Bereits am 30. September will der AVR den neuen Tarifvertrag unterzeichnen!

Abgruppierungen in der Marktfolge geplant!

In dem Interview erklärt Lekies: „…ist zur Kenntnis zu nehmen, dass in der Produktionsbank zunehmend einfache, standardisierte Tätigkeiten ohne eigene Entscheidungskompetenz ausgeführt werden, bei denen auch ein Erfahrungszuwachs keine bedeutende Rolle mehr spielt. Die Preise, die der Bankentarif für diese Tätigkeiten heute vorsieht, haben sich deutlich vom Markt entfernt. … Wir arbeiten daran, die Arbeitsbedingungen in der Produktionsbank markt- und wettbewerbsfähig zu machen…“

Was das aus Sicht der Arbeitgeber bedeutet, ist aus verschiedenen Beispielen klar: Die Beschäftigten der Service-Zentren der Volksbank Paderborn-Höxter-Detmold, der VR Bank Westmünsterland und der Berliner Volksbank mussten bereits deutliche Verschlechterungen ihrer Einkommenssituation hinnehmen.

Verschlechterungen beim Schutz für Ältere

Aber leider nicht genug! Beschäftigte mit einem Alter von über 50 Jahren haben bisher in dem Manteltarifvertrag des genossenschaftlichen Bankgewerbes einen Schutz gegen Abgruppierungen. Sie genießen darüber hinaus einen Schutz vor betriebsbedingten Kündigungen. Diese Schutzbestimmungen wurden vor vielen Jahren eingeführt, weil Ältere kaum Chancen auf einen neuen Arbeitsplatz haben, wenn sie gekündigt werden, oder wegen einer verschlechterten Bezahlung den Arbeitgeber wechseln wollen! Mit dem Hinweis auf die Demografie, der Vielzahl der Beschäftigten über 50 Jahren, will der AVR von Herrn Lekies nun diese angebliche Bevorzugung schleifen! Dabei ist klar: Ein 50-Jähriger ist auch heute auf dem Arbeitsmarkt ohne Chancen!

Die willigen Helfer des AVR

Und das Schlimmste: der AVR hat Helfer gefunden, die sich willig vor den Karren spannen lassen! DBV und DHV stehen erneut bereit, massive Verschlechterungen zu Lasten der Beschäftigten in einen Tarifvertrag zu schreiben. Wir zitieren aus einer Information auf den Internetseiten des DBV: „Der DBV ist bereit, über Änderungen zu verhandeln…“ Wenige Zeilen vorher heißt es zur Erklärung: „Denn die Arbeitgeberseite hat eine Mitarbeitergruppe entdeckt, die nicht mehr in den heutigen Tarif passt…“ (Sie wollen das nachlesen: http://www.dbv-gewerkschaft.de/fileadmin/userupload/pdf/TarifinfoDBVGeno100910-02.pdf) Auf den Konjunktiv verzichten die Autoren! Akzeptieren sie also die Aussage des AVR? Wir befürchten, ja!

Erinnern Sie sich: Bereits 2008 hat der Tarifabschluss des AVR mit seinen Helfern die Variabilisierung der Gehälter in einer Höhe bis zu 14 % des Jahresgehaltes ermöglicht! Nach diesem Tarifabschluss können Ihnen zunächst fast zwei Monatsgehälter im Jahr abgezogen werden. Diese Gehälter, oder einen entsprechenden Bonus, erhalten Sie nur dann nachgezahlt, wenn Sie die vorgegebenen Ziele erfüllt oder übererfüllt haben!

Sie müssen sich schützen!

Denken Sie daran: ver.di hat einen gültigen, ungekündigten Manteltarifvertrag. Dieser Manteltarifvertrag schützt Ältere und regelt die Eingruppierung! Dieser MTV gilt für Sie allerdings nur, wenn Sie nachweisen können, dass Sie ver.di-Mitglied sind! Wenn Sie Ihre Arbeitsbedingungen sichern und erhalten wollen, dann machen Sie uns – ver.di – stärker. Werden Sie Mitglied bei ver.di und beteiligen Sie sich an unseren Aktionen. Zeigen Sie auch Ihrem Arbeitgeber: Bis hierhin und keinen Schritt weiter! Leider funktioniert Tarifpolitik meist nicht wie eine Versicherung. Sie bezahlen Geld und bekommen Schutz vor Schaden. Im Tarifgeschäft müssen Sie auch mittun. Denn das Tarifgeschehen ist halt auch eine Machtfrage.

Nur wenn die Vorstände der Genossenschaftsbanken erkennen, dass der Ärger in der eigenen Bank zu groß wird, dann werden sie auch die Interessen der Beschäftigten zur Kenntnis nehmen müssen.

Und denken Sie daran:

Bereits am 30. September will der AVR seinen neuen Tarifvertrag unterschreiben.

Also: tun wir es gemeinsam! Sichern wir die Arbeitsbedingungen bei den Genossenschaftsbanken!

offiziell
Rubrik: Banken
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Kommentare

 
Sebastian · Donnerstag 16. Dezember 2010 · 13:59
Ich denke, dass es mal Zeit wird, dass die Gewinne auch mal wieder bei den Mitarbeitern ankommen. Es kann ja nicht sein, dass immer nur die Kapitaleigentümer profitieren.
 
Max Tarif · Donnerstag 14. April 2011 · 11:01
Ach du lebst ja in einer traumwelt! Die Bank-AG ziehen doch verdi regelmäßig über den tisch! Von einer gewerkschaftsaktion wie bei der gdl können doch bankangestellte nur träumen.....

die werden immer mit peanuts abgespeist und verdi feiert das jedesmal als grossen erfolg!
 
bibi · Freitag 9. September 2011 · 15:39
mich wundert es sowieso das wir jetzt ein Jahr nichts gehört haben. bisher wurden sowieso nur lächerliche Abschlüsse erzielt und ich weiß nicht wann es das letzte mal überhaupt einen Inflationsausgleich gab.
 
Norman Krell · Mittwoch 15. Februar 2012 · 13:02
So, neue Runde, es muß sich was ändern!

http://www.nw-news.de/owl/regionale_wirtschaft/6099781_Genossenschaftsbanken_trotzen_der_Finanzkrise.html

Offenbar geht es den Banken ja gut - wir sollten das auch zu spüren bekommen! Und liebe Verdi - wenn dafür auch mit der NAG sprechen muß - dann tut das !!!
 

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