Deshalb fordere ich definitiv und ohne "Wenn und Aber" 5 % Erhöhung, entsprechend dem Vorgehen der Verantwortlichen der Volks-/Raiffeisenbank und BBBank
Sie wollen einfach nicht!
So fasste ein Mitglied der ver.di-Delegation seine Eindrücke vom Gespräch mit dem AVR, dem Arbeitgeberverband der Volksbanken Raiffeisenbanken, zusammen. Am 12.5. waren beide Seiten in Berlin zusammengekommen, um auszuloten, ob neue Tarifgespräche Sinn machen.
Der AVR sagte:
• Sie sind herzlich eingeladen, dem VTV beizutreten.
• Der VTV ist in den Genossenschaftsbanken breit akzeptiert.
• Die Vorstände der Genossenschaftsbanken wollen die Variabilisierung.
• Eine Variabilisierung von 14 % ist moderat.
Und der Hammer, auf die ver.di-Frage, ob denn der AVR auf ver.di zukäme:
• Unser Entgegenkommen ist, dass wir mit Ihnen reden!
Das ist stark! Klar gesagt: ver.di soll den VTV, den Vergütungstarifvertrag des AVR, unterschreiben, ohne Änderungen! Damit soll es ver.di ermöglichen, dass eine Variabilisierung von bis zu 14 % der bisher festen Gehälter in die Realität umgesetzt wird. Bisher haben wir es in den Genobanken gemeinsam verhindert, dass KundenberaterInnen knapp 2 ihrer bisher gesicherten 13 Monatsgehälter im Jahr verlieren können, wenn sie die vorgegebenen Ziele verfehlen!
Und jetzt mal ehrlich, wer kann sich ein solches Risiko leisten, selbst wenn dafür die Chance lockt, bei Übererfüllung aller Ziele auch mehr als 13 Gehälter verdienen zu können? Mir jedenfalls bestätigen Betriebsräte in Volks- oder Raiffeisenbanken immer wieder, dass sie von ver.di erwarten, dass wir an dieser Stelle hart bleiben.
Und was haben wir alles versucht. Wir haben verdeutlicht, dass wir – anders als in den vergangenen Monaten - nicht mehr unbedingt darauf bestehen würden, dass der AVR seinen VTV in den Papierkorb schmeißt. Wir waren bereit, dieses Papier weiterzuentwickeln, dass es auch unseren Qualitätsansprüchen an einen Tarifvertrag zur Variabilisierung entspricht. Wir haben den Weg frei gemacht!
Der AVR behauptet aber, ver.di würde die „beschäftigungsorientierte“ Politik der Genossen nicht „belohnen“. Das Gegenteil ist richtig: wir versuchen die Genossenschaftsbanken und deren Beschäftigte vor den Scharfmachern aus den Reihen des AVR zu schützen. Wären Variabilisierungen nach Geschmack des AVR breiter umgesetzt, würden die Volks-/Raiffeisenbanken viel stärker im Fokus der öffentlichen Diskussion um Fehlberatung und Vertrauensverlust stehen.
Der AVR glaubt aber, dass ihm andere Verbände zur Verfügung stehen, um Tarifverträge nach Geschmack der AVR-Funktionäre abzunicken. Egal, ob das dann draußen in den Banken gelebt wird oder nicht. Egal, ob es Unruhe in den Banken gibt oder nicht.
Liebe Leute, ich will es deutlich sagen: Es wird Zeit, dass Ihr – gemeinsam mit Euren Vorständen – dem AVR Dampf macht. Aus allen möglichen Banken höre ich: „Unser Vorstand will die 14 % nicht.“ „Unser Vorstand will, dass der AVR einen Tarif mit ver.di schließt.“ Ich sage: jetzt ist es Zeit, Farbe zu bekennen.
Kommentare
Deshalb fordere ich definitiv und ohne "Wenn und Aber" 5 % Erhöhung, entsprechend dem Vorgehen der Verantwortlichen der Volks-/Raiffeisenbank und BBBank
Lasst uns gemeinsam mit ver.di den Widerstand organisieren. Lasst uns vor den Volks- und Raiffeisenbanken Informationen an die Kunden verteilen, dass die gute Beratungsqualität mit dem VTV stark gefährdet ist. Machen wir unsere Kunden zu unseren Verbündeten - das wird Wirkung zeigen!
….Das trifft auf den AVR momentan wohl eher nicht zu. Denn sonst würde sich der AVR mit ver.di an einen Tisch setzen und ernsthaft in Gespräche gehen.
Wie kann der AVR bei der momentanen Situation, in der auch auf höchster Ebene die Vergütungsstrukturen im Finanzsektor kritisiert werden, bei der Haltung bleiben, dass der mit DHV und DBV abgeschlossene VTV dienlich sei?
Ich zitiere aus dem Tarifrundschreiben Nr. 4/2010:
„Die Öffnungsklauseln sind erforderlich, da die Betriebsparteien tarifliche Gestaltungsspielräume benötigen, um die betrieblichen Vergütungssysteme auf die Ertragssituation und Leistungskultur vor Ort zuschneiden zu können.“
Leistungskultur vor Ort? Hat sich der AVR schon einmal die Mühe gemacht, sich über die Lage vor Ort zu erkundigen? Hat er sich einmal die Mühe gemacht, mit Betroffenen oder den Betriebsräten vor Ort Kontakt aufzunehmen?
Geht am AVR denn vorbei, dass eine solche Vergütungspolitik Fehlanreize setzen kann?
Und überhaupt: Weiß der AVR nichts vom aktuellen Gesetzentwurf zu den Regeln für Vergütungsstrukturen im Bank- und Versicherungsbereich?
Ich frage mich ernsthaft, in welcher Geno-Bank solch ein Instrument, wie es der VTV darstellt, gebraucht wird.
Viel wichtiger wäre doch, dass die Menschen erst mal richtig eingruppiert werden. Denn nach meiner Meinung kann sich der AVR nicht mal mehr an die mit verdi abgeschlossene Protokollnotiz zu den Eingruppierungen am Markt erinnern.
Bleibt also nur zu hoffen, dass sich die Vorstände der Banken nicht weiterhin jemandem zuwenden, der sich am Ende an nichts mehr erinnern kann…..
Die Arbeitgeber haben in den zurückliegenden Jahren den eigenen Leuten häufig gern das etwas mehr zukommen lassen. Die Zeiten waren ja auch besser. Dann, in der jüngsten Vergangenheit, hat man sich gern und großzügig von den "Älteren" verabschieden und diese mit netten Abfindungen oder Vorruhestandsverträgen nach Hause geschickt. Wer ist den noch übrig, der tatsächlich für alle Vergünstigungen von seinem Arbeitgeber 'kämpfen' musste?
Die Arbeitgeber haben stets darauf gesetzt, dass es sich nicht lohnt, Mitglied einer Gewerkschaft zu sein. Und genau damit haben sie gewonnen!
Nun gilt es sich Gedanken zu machen und neue Wege zu gehen. Wege, an die man in der Vergangenheit nicht gedacht hat; vielleicht auch, weil die eigenen Gewerkschaftsstrukturen ja so angenehm bekannt und 'wohlig' waren. Ich denke auch, dass verschiedene Hauptamtlich in unserer Gewerkschaft noch nicht verstanden haben, dass Sie mit einer zu starren Haltung eher am Untergang, als am Wiederaufbau arbeiten.
Wir sollten sehen, dass wir uns nicht verstecken. Wir sollten unsere Mitglieder (Kolleginnen und Kollegen) und auch die Anderen aktiv darüber informieren, warum es mit uns KEINEN Abschluss zu diesen Bedienungen gibt. Wir sollten die Betriebe und damit unsere Kolleginnen und Kollegen darüber informieren, wie man sich durch die Mitgliedschaft bei ver.di vor der Variabilisierung schützen kann.
Aber vielleicht sollte man auch über die eigene Hochnäsigkeit nachdenken, wenn man als Verhandlungskommission in der Vergangheit die kleineren Verbände hat links (oder rechts) liegen lassen. Wenn der AVR nicht mit uns möchte, dann meine ich, sollten wir wenigsten auf die anderen Zugehen und einwirken. Wenn es nichts nützt, weil Menschen mit Sozialneurose dort mehr an sich und ihren Ruhm denken, dann wurde es jedoch wenigstens probiert. Der Verhandlungsgegner ist aus meiner Sicht noch immer der AVR!!!
Den Mitarbeitern das bisherige fixe 13. Gehalt wegnehmen wollen bzw. neudeutsch zu "variabilisieren" und sich selbst drastisch die Vorstandsbezüge im Alter erhöhen und für die Zukunft sichern lassen.
Beweis: Siehe Internet unter www.ebundesanzeiger.de, Eingabe Volksbank Herrenberg - Rottenburg, Auswahl Jahresabschluss 2009, siehe Ausgliederungsposition 10 ab) Gewinn- und Verlustrechnung Aufwendung für Altersversorgung 1.961 TEUR zum 31.12.2009 und im Vorjahr 963 TEUR per 31.12.2008. Daher plus 1 Mio. €.
Begründet wird dies im Anhang mit künftigen Gehalts- und Rentensteigerungen (2,75 % und 2 %).
Eine weitere Erhöhung/persönliche Bereicherung nach Gutsherrenart! Vorstandsmitglied ist Tarifverhandlungsführer Herr Lekies.
Sind 2,75 % jährlich der nächste Tarifabschluss? Warum bietet er dann weniger?
Mir wird ganz schlecht! Wo ist hier die Gerechtigkeit? Wo sind die guten Beispiele die vorangehen?
Zum Start der Tarifverhandlungen für die Genossenschaftsbanken am 31. August 2010
hatte die Arbeitgeberseite offenbar die Schuhe noch nicht richtig gebunden und ist gleich
auf den ersten Metern über die eigenen Ansprüche gestolpert. Wie sonst auch üblich
diente die erste Runde der Gespräche zwischen den Tarifkommissionen von DBV und DHV
einerseits und den Vertretern des Arbeitsgeberverbandes andererseits dem Austausch
der jeweiligen Position. Doch diese gab die Arbeitgeberseite wortreich nicht preis.
Der Verhandlungsführer Herr Lekies beschrieb ausführlich die krisenbedingt schwierige
wirtschaftliche Lage vieler Volks- und Raiffeisenbanken, erwähnte auch die nicht einfache
Personal-Situation und sprach dann von einem „Reformstau“. Doch weder benannte er
konkret sich daraus ergebende Forderungen für die aktuelle Tarifrunde, noch antwortete
er auf gezielte Nachfragen unseres DBV-Verhandlungsführers Heinz Buff. Viele Worte
statt Taten – die hart arbeitenden Kollegen in den Genossenschaftsbanken haben mehr
Respekt verdient!
Im Laufe der zweieinhalbstündigen Gespräche bekannte der Arbeitgeber dann doch, dass
er sich eine „maßvolle“ Erhöhung der Tarifgehälter vorstellen kann. Aber auch hier
konnte oder wollte die Gruppe keine Zahl oder auch nur eine Spanne nennen. Auf dieser
Basis können und wollen wir keine ernsthaften Verhandlungen führen! Wir fordern von
der Arbeitgeberseite, dass sie mit Wissen und Willen in die zweite Runde kommt!
In der Tat gibt es Reformbedarf – diese haben wir in unserem Forderungskatalog auf den
Punkt gebracht. Wir verlangen eine noch engere Begrenzung von Auslagerungen von
Geschäftsfeldern in tariflose Tochtergesellschaften und – wenn es doch so kommt –
insbesondere eine verbindliche Aufnahme von Haustarif-Verhandlungen für die
betroffenen Mitarbeiter. Viele Kollegen werden inzwischen mit der Drohung
„Outsourcing“ verunsichert – völlig unnötig, denn viele Geldinstitute haben längst die
Erfahrung gemacht, dass der Aufwand für Betrieb und Fehlerbereinigung von angeblich
billigen Service-Fabriken tatsächlich viel höher als kalkuliert ist. In der Folge haben nicht
wenige Banken die ausgelagerten Bereiche wieder ins Stammhaus zurückgeholt.
Vorausschauende Banken müssen nicht immer wieder in den gleichen Fettnapf treten!
Außerdem brauchen die Kollegen in den Geno-Banken weiterhin die Sicherheit einer
fairen Regelung für Vorruhestand und Altersteilzeit, einen unbedingten Anspruch auf
Teilzeit und einen festen Platz für die Gesundheitsvorsorge. Und nicht zuletzt gehen wir
auch mit einer klaren und angemessenen Gehaltsforderung in die Verhandlungen – 3,75 %
Plus pro Jahr mit einer Laufzeit von 24 Monaten sind unser Wort mit Gewicht für die
Mitarbeiter in allen Betrieben.
Herzlichst Ihre DBV-Tarifkommission
Heinz Buff
"Aus der Krise nichts gelernt?" hat Marc Roach eine ver.di Information betitelt. Die Frage muss man m. E. auch an ver.di stellen. Warum hat man aus den Ergebnissen der Traifrunde 2008 keine Lehren gezogen, und die Zeit seither genutzt, um auf die DBV zuzugehen und eine Traifgemeinschaft anzustreben? Der AVR ist der lachende Dritte, wenn Arbeitnehmerinteressen sich so zersplittern (lassen). Im Interesse der Beschäftigten im genossenchaftlichen Bankgewerbe ist das nicht. Auf diese Weise kann der AVR die Arbeitnehmer gegeneinander ausspielen, anstatt sich mit der geballten Kraft (die im Bankgewerbe, auch wenn man die Gesamtheit aller organisierten Arbeitnehmer betrachtet, eh schon vergleichsweise gering ist) der Arbeitnehmervertreter auseinander setzen zu müssen.
In Zeiten schwindender Mitglieder in einer seit jeher eher gewerkschaftsfernen Branche ist die öffentliche Auseinandersetzung zwischen den Arbeitnehmervertretungen - insbesondere in der Art, wie sie 2008 geführt wurde - sicher kein Mitgliedermagnet. Banker sind - bei allem Respekt - keine Fließbandarbeiter mit Bildzeitung-Bildung, und sie erkennen Retorik oder Polemik, wenn sie sie sehen. Das Bankgeschäft ist immer schon ein diskretes, leises, sachliches, und das entspricht in der Regel der Mentalität eines Großteils der Beschäftigten - die wir als potentielle neue Gewerkschaftsmitglieder doch erreichen und nicht verschrecken wollen, und deren Interessen wir als Organisation vertreten wollen und sollen.
Die DBV ist nicht "ein Verband", der sich mal so eben konstituiert hat, um dem AVR gefällig zu sein, sondern eine seit Jahrzehnten tätige Gewerkschaft. Das muss man nicht schön finden, und man darf und kann auch in Wettbewerb treten - aber auf einer sachlichen Ebene, die nicht den Blick für Gemeinsamkeiten verstellt. Beide Organisationen wollen doch letztendlich im Sinne der Beschäftigten zu einem positiven Ergebnis kommen.
Ich arbeite in einer Volksbank, die traditionell mit einer deutlich größeren Kreissparkasse konkurriert - aber die offizielle Spachregelung ist "Mitbewerber" nicht "Konkurrenz". Gleichzeitig betreiben wir mit der gleichen Sparkasse seit vielen Jahren gemeinsame SB-Stellen in Orten, in denen beide Institute ihre Filialen geschlossen haben, und kooperieren auf anderen Gebieten. Die Geschäftsleitungen haben deutlich erkannt, dass Kooperation dort, wo sie möglich und sinnvoll ist, trotz Konkurrenzsituation für alle Beteiligten lohnend ist. Man muss sich nicht mögen, aber man muss in der Lage sein, im Sinne gemeinsamer Interessen zusammen zu arbeiten.
Es ist traurig, und gibt kein gutes Bild in der Öffentlichkeit, wenn Geschwerkschafter sich aus ideologischen Gründen einer Zusammenarbeit verweigern. Für eine ÖTV mag es einmal sinnvoll gewesen sein, keine anderen Arbeitnehmervertretungen neben sich anzuerkennen, die HBV konnte sich solchen Luxus aufgrund der Mitgliedersituation eigentlich noch nie leisten. Zumindest auf die Bankenbranche bezogen denke ich, dass ver.di sich das auch nicht leisten kann. Instrumente, die in anderen Branchen zum Ritual im Tarifstreit erhoben wurden, wie das gegenseitige Diffamieren und Lamentieren, helfen dort nicht mehr, die Mitglieder zu halten und vor allem neue Mitglieder zu gewinnen. Wir sollten uns von alten Zöpfen verabschieden, und uns davor hüten, Rezepte und Konzepte für allgemein gülitg zu erklären. Das einzig Beständige ist der Wandel, und den muss man gestalten, statt sich ihm zu verweigern.
Denn das Ergebnis einer Verweigerungshaltung gegenüber jeglicher Zusammenarbeit ist, dass der AVR trotzdem zu einem Traifabschluss kommt, während ver.di an Bedeutung (und eventuell an Mitgliedern?) verliert. Wie lange wollen wir diese Verweigerungshaltung durchhalten? Bis sich - auch in der öffentlichen Wahrnehmung - die DBV als Ansprechpartner und alleinige Interessenvertretung etabliert hat? Insbesondere auf dem Gebiet der tariflichen Vereinbarungen erwirbt eine Gewerkschaft ihre Legitimation. Wenn das fehlt, und womöglich über Jahre, wie wollen wir uns hier legitimieren? Welches Argument können wir einem jungen Arbeitnehmer bieten, der gerade ausgelernt hat, und sich organisieren will, wenn wir die Traifverträge nicht mehr mitgestalten können? Der Mitgliedsbeitrag wird es nicht sein - für die kostenbewussten Banker nun mal ein Argument - ein Festbeitrag von 10 Euro im Gegensatz zu einem vom Einkommen abhängigen Betrag ist kein Punkt für uns. Banker sind in der Regel technisch auf der Höhe der Zeit, sie nehmen Beratung und Dienstleistugen ebenso gern (oder vielleicht lieber) über Telekommunikationsmedien wahr, wie über persönliche Ansprache - wobei es z. B. Jahre her ist, dass ein ver.di-Sekretär unseren Betrieb beehrt hat.
Hat die Haltung von ver.di im Tarifstreit 2008 die Mitgliederbücher gefüllt, gab es eine Eintrittswelle aufgrund der Haltung von ver.di? Oder gab es einen Schub nach dem Abschluss der DBV, nachdem genug Angstpolemik verbreitet worden war? Oder haben die Beschäftigten das Engagement von ver.di gar nicht honoriert? Die Antworten auf diese Fragen, die ich gern erfahren würde, dürften für die kommende Tarifrunde einen Fingerzeig bieten.
Die jüngste Politik lehrt uns, dass man zwar mit dem "gegen etwas sein" in der öffentlichen Wahrnehmung vorübergehend punkten kann - Lafontaine und die Linke machen es vor - man damit, mit Lamentieren und mit Verweigerungshaltung aber noch keine Änderung herbeiführt. Die Wahl des Bundespräsidenten hat der Öffentlichkeit eindrucksvoll vorgeführt, was passiert, wenn Chancen zur Kooperation aufgrund von ideologischer Sturköpfigkeit verpasst werden: man darf sich (vielleicht) moralisch als Sieger sehen, hat aber nichts erreicht, und steht in der öffentlichen Wahrnehmumg (vielleicht) als Bremser und Verhinderer oder Papiertiger da, mit großer Klappe, aber ohne Handlungsfähigkeit. Ideologie um der Ideologie willen nützt niemandem. Wie Marc Roach in einem Artikel anlässlich seiner Bundestagskandidatur für die Linke zur Bundestagswahl 2009 auf der Homepage des Landesverbandes Hamburg zitiert wird: „Die Menschen müssen im Mittelpunkt der Politik stehen.“ Eben. Menschen. Nicht Organisationen oder Ideologien.
Und bevor wirre Theorien die Runde machen: ich bin seit fast zwei Jahrzehnten Mitglied in dieser Gewerkschaft, die mal HBV hieß, und über den Abschluss der DBV vom letzten Jahr nicht glücklich. Aber das Kind ist nun mal in den Brunnen gefallen, also aufhören zu lamentieren, und Einheit herstellen, denn Einigkeit macht stark! Und im Moment haben die Arbeitnehmerinteressen in den Genossenschaftsbanken jedes bißchen Stärke bitter nötig.
- Das Image der "Banker" ist laut aktueller Umfrage weiterhinschlecht (laut Ftd.de Top-Ten der unbeliebtesten Berufe). Kunden unterscheiden nicht nach "bösen" und "guten" Bankern (zu denen wir angeblich gehören)
- ich kenne keinen Kunden, der nicht mit Wertpapieren, Beteiligungen oder anderen unnötigen und komplizierten Produkten Verlust gemacht hat. Ganz zu schweigen von den deutlich eingebrochenen Immobilienpreisen (zumindest im ländlichen Bereich). Außerdem leidet die Produktweiterentwickling unter einem Innovationsstau. Entweder gibt es alten Wein in neuen Schläuchen oder die besagten Kapitalvernichtungsmodelle.
- Zitat geändert: "Die Genobanken schaffen sich ab"! In diesem schwierigen Umfeld dann keine marktgerechten Löhne zahlen zu wollen ist einfach nur lachhaft. Tarifloser Zustand - was für einen Eindruck macht das auf Bewerber bzw. Nachwuchskräfte?
- Schulabgänger sagen bereits abgemachte Ausbildungsverträge mit Genobanken ab - zu Gunsten von Stellen bei Behörden oder in der Industrie.
- bereits jetzt gehen die qualifizierten Bewerbungen bei Genobanken (zumindest im ländlichen Bereich) spürbar zurück.
Insbesondere Positionen im Vertrieb, z.B. im Firmenkundenbereich oder Spezialistenfunktionen werden oft lange Zeit nicht besetzt. Meistens werden dann Notlösungen mit Jungmitarbeitern oder mit
Drittklassigen Bewerbern getroffen - diese sind dann nach 1 Jahr plötzlich wieder verschwunden....
- noch vor 10 Jahren habe ich jedem Interessierten stolz empfohlen, zur Bank zu gehen und dort zu arbeiten. Heute muß ich sagen: Bei weniger Stress und unbezahlten Überstunden gibt es auch noch iele andere Anbieter mit adäquaten Gehälter....
- Die Haltung des AVR bzw. deren prominenten Vertreter wird sich mittelfristig als fataler Fehler herausstellen - es sei denn, dass die Strategie ist, die Genobanken flächendeckend abzuschaffen - was ohne qualifiziertes Personal und mit schlechtem Ruf dann so sein wird....
hatte eigentlich gedacht, dass sie in der zweiten Runde schon abschlielßen. Haben sich anscheinend auf dritte Runde geeinigt, sieht dann nach schweren Verhandlungen aus
Was sind da für Blender unterwegs. Traurig,Traurig
FRANKFURT (Dow Jones)--Die zweite Tarifrunde für Genossenschaftsbanken ist am
Freitagabend ohne ein konkretes Ergebnis zu Ende gegangen. Zuvor hatte der
Arbeitgeberverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (AVR) den
Angaben zufolge ein erstes Gehaltsangebot vorgelegt. Demnach sollen die
Tarifgehälter bei einer Laufzeit bis Mitte 2012 um 1,7% steigen. Die Gespräche
zwischen dem AVR und den Gewerkschaften DBV (Deutscher Bankangestellten
Verband) und DHV sollen am 30. September fortgeführt werden.
Der AVR vertritt die Interessen des genossenschaftlichen Bankensektors -
darunter 1.156 Volks- und Raiffeisenbanken sowie die DZ BANK und die WGZ BANK -
mit rund 166.000 Beschäftigten.
Tarifinfo Geno-Banken: Aufbruch in ernsthafte Gespräche
In der zweiten Verhandlungsrunde für einen neuen Tarifabschluss für die Mitarbeiter in
den Genossenschaftsbanken am 10. September hat nun auch die Arbeitgeberseite ein
sachliches Fundament für Gespräche gelegt. Ihr erstes Gehaltangebot ist eine Steigerung
von 1,7 Prozent in zwei Schritten mit einer Laufzeit von 24 Monaten, d. h.
rückwirkend vom 1. August 2010 bis 31. Juli 2012. Das Angebot enttäuscht allerdings, denn
das Geschäft der meisten Volks- und Raiffeisenbanken lief gerade in den vergangenen
zwei Jahren deutlich besser als in den Privatbanken, worauf auch die Arbeitgeberseite
nicht müde wird hinzuweisen. Die Erträge der allermeisten Volksbanken bewegten sich
auch in den schwersten Krisenphasen weit im Plusbereich, was vor allem mit dem
Engagement der Mitarbeiter zusammenhängt, die ein Vielfaches von 1,7 Prozent mehr
geleistet haben – dazu reicht ein kurzer Blick auf Zielvorgaben, Vertriebsergebnisse und
Überstundenkonten. Deshalb erwartet die DBV-Tarifkommission ein deutlicheres Plus.
Entscheidend ist aber ein Tarifpaket, das den Angestellten nicht nur ein Tarifplus, sondern
auch Sicherheit im Berufsalltag und in der Karriereplanung schafft. Gerade hier droht
jedoch der Arbeitgeber-Verband mit erheblichen Einschnitten – unter dem schlichten
Deckmantel einer notwendigen Modernisierung des „Tarif-Dinosauriers“ in den Geno-
Banken. Der Deutsche Bankangestellten-Verband möchte ein zeitgemäßes Tarifwerk
befördern, allerdings nicht mit dem Ergebnis eines tariflichen Kahlschlags!
Denn die Arbeitgeberseite hat eine Mitarbeitergruppe entdeckt, die nicht mehr in den
heutigen Tarif passt: Angestellte mit „einfachen“ standardisierten Aufgaben in der
Abwicklung, die in Arbeitgeber-Perspektive wenig Qualifizierung benötigen und in denen
man auch über viele Jahre keine größere Erfahrung gewinne. Der DBV ist hier bereit, über
Änderungen zu verhandeln, aber nicht um jeden Preis und ohne Besitzstandssicherung.
Einen Ausverkauf an Rechten wird der DBV nicht mittragen!
Die Verlängerung der Altersteilzeit-Regelung will die Arbeitgeberseite nach anfänglichem
Zögern nun aber voll mittragen. Auf die DBV-Forderungen nach Wiedereinführung der
Vorruhestandsregelung und nach einer Verlängerung der Kündigungsfrist auf einheitlich 7
Monate bei einseitiger Arbeitgeberkündigung wollte die Gegenseite dagegen nicht
eingehen. Hier besteht noch viel Gesprächsbedarf!
In der Summe sind die Verhandlungen im Gegensatz zur ersten Runde jedoch deutlich
vorangekommen. Deshalb rückt eine Einigung in der dritten Runde am 30. September in
greifbare Nähe. Der DBV wird mit Tatkraft und Augenmerk verhandeln!
Heinz Buff
Vorsitzender der DBV-Tarifkommission
Ich glaube wir waren 2008 die Einzigen, die hier im Forum ähnlich argumentiert haben (zum nachlesen http://timotarif.de/6/viewentry/2400).
Was ist aus der damals propagierten "Mobilmachung" geworden? Wie ich vorausgesagt habe, nicht mehr als ein laues Lüftchen.
Was ist aus dem Verhältnis zur DBV geworden? Die gleichen Verunglimpfungen ("unaussprechlichen gelben", "Blender") gehen weiter. Mit den Folgen die Kollege Fulde so treffend beschrieben hat. Ich zitiere mal aus meinem Beitrag von 2008:
"Was den Schulterschluß (zwischen ver.di und DBV) angeht der ja ach so unmöglich scheint, was sind denn die Alternativen?
Wieder zwei Gewerkschaften die sich nicht grün sind mit dem AVR verhandeln lassen, damit der AVR mit der Gewerkschaft die zuerst einknickt, einen Abschluß machen kann?
Ach nein, bestimmt wird ver.di jetzt genug Geno-Banker zu Arbeitskampfmaßnahmen animieren können, dass ein viel besserer Abschluß mit dem AVR erzielt wird. Dadurch wird ver.di so viele neue Mitglieder gewinnen , dass der AVR vor der nächsten Tarifrunde zittern wird. (Wer Ironie in diesen Sätzen finden, darf sie behalten) Wenn dies wirklich eintreffen sollte, schreibe ich einen 2008 Wörter langen "Entschuldigungs-Beitrag".
Noch besser: Der AVR wird aus reiner Güte ohne Arbeitskampfmaßnahmen einen besseren Abschluß mit ver.di machen. Ganz bestimmt! Die letzten zwei Jahren waren ja nur ein Versehen...
Auch wenn die Formulierungen etwas überspitzt sind, mir fällt aber leider kein machbares/realistisches Alternativ-Szenario ein. "
Gut, es ist anders gekommen als voraussgesagt: Der AVR verhandlet erst gar nicht mit ver.di. Meinen 2008 Wörter Entschuldigungsbeirag muss ich aber wohl eindeutig nicht schreiben.
Warum sollte ver.di einen Schulterschluss
mit Gewerkschaften machen, welche doch offensichtlich bereit sind, deutliche Verschlechterungen für die Angestellten in Kauf zu nehmen?
Gewerkschaften sollen das Interesse der Arbeitnehmer vertreten!
Kann es im Interesse eines Arbeitnehmers sein, wenn eine Gewerkschaft mal angenommen
3% Gehaltserhöhung durchsetzt, aber im Gegenzug die Eingruppierungsregelungen verschlechter? Dies ist wiedermal ein Griff in die Taschen der Geno Banker!
Zwar gebe ich meinen Vorrednern insofern recht, das von ver.di in den letzten Jahren auch nichts erreicht wurde, aber es gab zumindest keine Verschlechterung.
Und der Punkt das nichts erreicht wurde, liegt doch an uns Bankern! Solange keine oder nur wenige bereit sind sich für einen
ordentlichen Abschluss auch an Aktionen oder ähnlichem zu beteiligen wird der AVR sich wohl kaum auf uns zu bewegen und mit DBV/DHV
abschließen.
Lieber Kollege Gaul, die Vorteile sind doch eigentlich offensichtlich: würden ver.di und DBV an einem Strang ziehen, müsste man sich auf eine gemeinsame Strategie einigen, auf einen Kompromiss, bei dem beide Seiten einen Teil ihrer Standpunkte einbringen. Hätte man das getan. BEVOR man das erste Mal mit dem AVR spricht (naja, oder eben nicht spricht), hätte man sich auch auf eine gemeinsame Position zu dessen Forderungen verständigen müssen. Dann hätte man manches vielleicht sofort zurück weisen können.
Wie bereits ausgeführt, nützt es weder ver.di, noch den Bankern, wenn ver.di im Schmollwinkel steht. Zumindest warte ich noch auf den Gegenbeweis, also die Darlegung der positiven Effekte der Verweigerungs- und Diffamierungsstrategie von 2008, schöne Grüsse an die Tarifkommission und die Sekretäre.... Was hat uns das gebracht, außer der Weigerung des AVR, noch mit ver. di zu verhandeln?
Klar kann man immer argumentieren "aber die anderen haben doch ...", nur hilft es doch nichts, es verbessert die eigene Position nicht.
Ein von beiden Gewerkschaften gemeinsam organisierter Arbeitskampf könnte - könnte - dem AVR die Stirn bieten. Dazu muss man aber aufeinander zu gehen. Und leider ist ver.di nach dem Debakel von 2008 - zumindest was die Verhandlungen angeht - in der schwächeren Position, denn wir sitzen nicht mit am Tisch. Vielleicht sollte man sich in der Tarifkommission daran erinnern, dass das vor nicht allzu langer Zeit umgekehrt war: "erst wenn ver.di fertig ist, dürfen die anderen rein und das abnicken" so hat mir das mal ein ver.di Mensch "erklärt". Man sieht sich eben immer zweimal im Leben........
Inhaltlich stehe ich überigens nicht hinter den Positionen der DBV - allerdings sind die Aussagen, wie immer und von allen während laufender Verhandlungen, auch noch zu wenig konkret, um sich aus der Distanz ein Urteil zu bilden. Aber, ja, eine Verschlechterung von Entlohnungsbedingungen - jeder Art - sollte man als Arbeitnehmervertreter tunlichst vermeiden.
Aber, nur wenn ver.di wieder mit am Tisch sitzt, gibt es eine Chance, das Ergebnis in diesem Sinne zu beeinflussen. Ich fordere die Tarifkommission auf, alle - ALLE - möglichen Wege dahin sorgfältig zu prüfen, unvoreingenommen und sachlich.
Eins ist sicher: solange junge Kollegen aus Angst, überhaupt einen Arbeitsplatz zu bekommen, unter Tarif und mit maximal befristeten Zeitverträgen arbeiten müssen, und solange die Bedingungen schleichend verschlechtert werden, hier in diesem Jahr ein wenig, dort im nächsten Jahr ein wenig, wird der erhoffte "Druck von unten" ein schöner Traum bleiben. Streiken, oder sich engagnieren, mit einem befristetem Arbeitsvertrag? In dieser Arbeitsmarktsituation? Das glaubt doch niemand ernsthaft, oder? Und wofür sollen "die Alten" streiken, die doch in der Regel Bestandsschutz haben?
Oder sieht die betriebliche Praxis in Euren Unternehmen anders aus, liebe Kollegen? Wenn nicht, ist mit einem "Aufstand der Geno-Banker" wohl leider nicht zu rechnen.
Der AVR hat das erkannt, und spielt meines Erachtens Gewerkschaften und Mitarbeitergruppen gezielt gegeneinander aus.
Beim Lesen der Kommentare zu diesem Thema fällt mir auf, dass sich mindestens die Hälfte der Schreiber unter Vornamen, Spitznamen oder Pseudonymen verbirgt. Insbesondere die abwertenden Äußerungen werden gern anonym / unter Pseudonym gemacht.
Gute demokratische - und damit auch gewerkschaftliche - Tradition ist es, den eigenen Standpunkt zu benennen, und mit seinem Namen dazu zu stehen, sich der Diskussion und auch der Kritik zu stellen. Im Internet mag das Pseudonymisieren allgemein üblich sein, aber wer möchte auf dem Niveau von Chatforen ernsthafte Themen diskutieren?
Wer sich also traut, sich zu äußern, sollte meiner Ansicht nach auch den Mut haben, mit seinem vollständigen Namen dahinter zu stehen. Auch und gerade bei kontroversen Positionen. Unter Pseudonymen lästern und hetzen finde ich armselig, ob das nun üblich ist, oder nicht.
Wenn uns Gewerkschaftern schon im Internet der Mut fehlt, uns zu unseren Positionen zu bekennen, wie wollen wir dann Kollegen motivieren, sich vor Ort für ihre Standpunkte einzusetzen, mit offenem Visir, Auge in Auge mit ihrem Vorgesetzten oder Vorstand?
ich bewundere Ihren Einsatz, den Sie hier zeigen. Sie wollen sich einsetzen für geschlossenes und gemeinsames Auftreten der Arbeitnehmerseite bei den Tarifverhandlungen.
Nur leider finden Ihre Bemühungen nicht die Resonanz!
Wie Sie dem neuesten Timo-Beitrag entnehmen können, planen die Arbeitgeber auch bei den Genossen neue Verschlechterungen im Manteltarifvertrag. Und der die beiden Verbände DBV und DHV stehen bereit das zu unterschreiben. Lesen Sie bitte selbst nach im letzten Flugblatt des DBV. Da werden die Abgruppierungen für die Beschäftigten in den Back-Office-Abteilungen bereits akzeptiert.
Und im Ernst Kollege Fulde, wer zwingt den die beiden Verbände da am Tisch sitzenzubleiben. Sie könnten aufstehen und rausgehen. Und keine einzige Verschlechterung würde kommen!
Aber leider kennen wir sie, diese willigen Helfer der Arbeitgeberverbände. Aus anderen Branchen, aber leider auch aus dem Deutsche Bank-Konzern. Wann immer es gilt, in einer Tochter der Deutschen Bank die Arbeitsbedingungen zu verschlechtern, steht der DBV bereit, einen Tarifvertrag abzuschließen, der deutlich schlechter ist, als der ver.di-Tarifvertrag für das Bankgewerbe:
• Bei der Kredit Service GmbH, also der ausgelagerten Kreditabteilung der Bank, sind es die 42-Stundenwoche, 3 Tage weniger Urlaub und deutlich niedrigere Gehälter!
• Auch bei der Norisbank – sie erinnern sich, die gehörte mal der DZ Bank – fehlen ebenfalls 3 Tage Urlaub und Deutliches beim Gehalt.
Der DHV tummelt sich im Wesentlichen in anderen Branchen. Dort versucht er mit Dumping-Tarifverträgen in Krankenhäusern, beim Deutschen Roten Kreuz und in der Leiharbeitsbranche den Arbeitgebern behilflich zu sein.
Das ist das wahre Problem, Kollege Fulde.
Und nicht die angebliche Sprachlosigkeit von ver.di!
Mark Roach
ver.di-Bundesverwaltung
wie gesagt, ich stimme der Position der DBV inhaltich nicht zu.
Das ist aber nur die eine Hälfte des Problems, denn auch ohne DBV würde es keinen Abschluss geben. Ein Kollege hat es hier sehr schön geschrieben, die Arbeitgeber haben den Mitarbeitern lange Zeit jede Notwendigkeit genommen, sich zu organsisieren. Das rächt sich jetzt. Und ich denke, Ihnen brauche ich die Situation in den Betrieben nicht erklären, die Hemmnisse, die es gerade bei den jungen Kollegen gibt, sich zu engagieren.
Auch vor dem Abschluss der DBV 2008 hat sich der Traifkonflikt über zwei Jahre tariflose Zeit hingezogen, wenn ich mich recht erinnere. Auch da ist ver.di es nicht gelungen, den AVR zu einer Einigung zu bewegen, und da war die Verhandlungsposition im Vergleich zu jetzt besser.
Sie sind mir die Antwort schuldig geblieben, welche mitreissende Wirkung ver.di's Strategie 2008 in den Geno-Banken erzielt hat. Welche Lösung hat ver.di 2010 zu bieten, jenseits des Fingerzeigs auf "die anderen"? Auch auf diese Frage habe ich noch keine befriedigende Antwort gehört / gelesen. Isoweit erlaube ich mir, die "angebliche Sprachlosigkeit von ver.di" als eine tatsächliche zu nehmen, bis ich inhaltich etwas Überzeugendes gehört habe.
Meine Aussage ist, dass wir zunächst im sogenannten Arbeitnehmerlager Geschlossenheit herstellen müssen, bevor wir es mit dem AVR aufnehmen können. Vielleicht ist die Bundesebene dafür ein paar Nummern zu hoch aufgehängt, aber mit den Mitgliedern vor Ort, in den Banken und Bezirken, müsste doch ins Gespräch zu kommen sein, und diese sind es, die letztendlich die Tarifpoltik bestimmen - notfalls mit den Füssen. Ich habe allerdings noch keinen Sekretär bei uns im Haus vorstellig werden sehen, der so etwas - vielleicht sogar in Form einer Podukumsdikussion - mal angeregt hätte.
Vielleicht schärft ein bißchen "back to the roots den Blick für das Wesentliche" bei allen Beteiligten.
Solange - zu Recht oder zu Unrecht - Diffamierungen und abschätzige Aussagen im (öffentlichen) Raum stehen, wird daran nicht zu denken sein. Wer lässt sich schon gern öffentlich beschimpfen?
Vielleicht ist es an der Zeit, sich von den Dingen zu lösen, die in Managementseminaren über Marketing und Dominanzstrategien gelehrt werden, und sich den Dingen zuzuwenden, die ich schon vor (und seit) über 20 Jahren in zahlreicher gewerkschaftlicher Bildungsarbeit im Wortsinn genossen habe: Kommunikation, soziale Kompetenz, und miteinander reden. In dem Fall mit den Mitgliedern beider Gewerkschaften.
Im Übrigen kann ich Ihnen versichern, dass ich die Kollegen von der DBV ebenso mit kritischen Fragen traktiere....
Sie und andere Kollegen regen an, dass sich meine Gewerkschaft ver.di auf der Tarifebene mit dem dbv auf ein gemeinsames Vorgehen verständigen. Dies ist - auf den ersten Blick - ein vernünftiger Vorschlag, aber nur eben nur auf den ersten Blick.
Die massive Verschlechterung unseres Tarifvertrages mit der Einführung des VTV haben dbv/dhv unterschrieben.
Der Verhandlungsführer des dbv, Heinz Buff, ist mein Betriebsratskollege in Berlin. Bundesweit hat seine Organisation mit dem VTV nicht so starken Belegschaften und/oder Betriebsräten ein "tolles Ei ins Nest
gelegt". Bei uns im Betriebsrat verhindert er gemeinsam mit uns den VTV, wir haben eine leistungsbezogene Vergütung oberhalb der festen 13 Gehälter.
Falls in den anstehenden Verhandlungen die vom AVR angedrohten weiteren Verschlechterungen mit Unterschrift von dbv/dhv zustande kommen sollten, trifft dies alle Geno-Banker, es sei denn, sie sind in ver.di.
Ich will nicht unken, aber mal sehen, wie uns dann ein Tarifergebnis verkauft wird.
Noch ein Hinweis: nicht alle örtlichen oder zentralen Bemühungen, mit dem AVR wieder ins Gespräch zu kommen, oder mit dbv/dhv ggf. eine Basis zu finden, werden auf dem Markte der Öffentlichkeit ausgetragen.
Zu meiner Person: ich bin seit über 20 Jahren in ehrenamtlicher Funktion "im Tarifgeschäft" und als Betriebsrat tätig.
Ich freue mich auf Zuschriften, gerne auch direkt: lothar.hemmen@berliner-volksbank.de
Das Interview im Genograph mit Herrn Lekies habe ich auch z.K. genommen.
Beim ersten Lesen hört sich die Argumentation des AVR - Verhandlungsführers gar nicht so falsch an. Aber folgendes wird nicht erwähnt:
1) Es gab doch schon bisher ein Bezahlungsgefälle zwischen den Großbanken und den Genobanken; auch als noch ein einheitlicher Tarifvertrag bestand. Beispiel: Die Unterschiedlichen Auslegungen der Eingruppierungsverordnungen für Genobanken. Konkret: Während bei der Commerzbank jeder einfache PKB mit Schaltertätigkeit in absehbarer Zeit TG 7 bekommt, kämpfen zumindest bei ländlichen Genobanken "Zweigstellenleiter" darum TG 6 als Endstufe zu erreichen.
2) Wer hat denn bisher die so teueren Marktfolge- bzw. Betriebsbereichs-Mitarbeiter eingestellt? Wohl der Vorstand!
Warum bezahlten die Vorstände jedem Bewerber von der Nachbargenossenschaft immer eine Tarifgruppe mehr? Man brauchte bis vor kurzem nur 2 bis 3 mal zu wechseln, um zumindest 2 Tarifgruppen gut zu machen - und das bei oftmals ähnlichen Jobprofil. SELBER SCHULD!
3)Wie machen das eigentlich unsere mittelständischen Kunden? Die gehören auch
in vielen Fällen auch zu einem Flächentarifvertrag, z.B. "Metaller". Warum können diese Unternehmen marktgerechte Löhne zahlen? Diese müssen ja schliesslich auch mit großen Arbeitgebern konkurieren?
4) Zitat "Die Preise, die der Bankentarif für diese Tätigkeiten heute vorsieht, haben sich deutlich vom Markt entfernt. … Wir arbeiten daran, die Arbeitsbedingungen in der Produktionsbank markt- und wettbewerbsfähig zu machen…“
Es ist schon traurig, wenn auch künftig in unserem Gewerbe die Verarmung immer weiter zunehmen wird. Mit Niedriglöhnen schafft man keine Nachfrage (Konsumenten für Baufis, Autos, Versicherungen etc.) und keine Motivation eine Familie zu Gründen.
Eine Teufelskreis bei dem es immer mehr "Verlierer" geben wird - schade...
5)Thema Interview mit Hr. Lekies: unbezahlte Überstunden im Genobank-Gewerbe. Wann gibt es hierfür endlich einen adäquaten Ausgleich? Sicherlich machen "Günstigkräfte" in Outsourcing-/ Workout-Zentren keine derartigen Geschenke an ihre Arbeitgeber.
In vielen Abteilungen wird bereits heute am Rande der Zumutbarkeit von der Arbeitsbelastung gearbeitet. Leider geht Herr Lekies mit keinem Wort auf u.a. diesen wichtigen Umstand ein. So schlecht ist alleine unter Berücksichtigung dieses Umstandes die Produktivität gar nicht...
und das Andere (Prozesse) ist in Fiducia-Problem, nicht das Problem der Mitarbeiter
http://www.dbv-gewerkschaft.de/fileadmin/user_upload/pdf/Tarifinfo_DBV_Geno_011010_01.pdf
http://www.avr.org (unter Presse)
Im Moment fehlen mir die Worte!
Sicherlich bekommt Herr Lekies jetzt einen Bonus, der für die nächsten Jahre fix ist. Es scheint noch immer nicht erkannt worden zu sein, dass ohne die Filialen und die Mitarbeiter die Vorstände auch nicht ihren Posten hätten!!! Toller AVR...!
Während aktuell alles von Aufschwung und höheren Abschlüssen für die Arbeitnehmer redet, haben es die Gewerkschaften bei den Genossen geschafft unterdurchschnittliche finanzielle Zuwächse bei überdurchschnittlich langen Laufzeiten zu vereinbaren - von den Einbußen in den anderen Bereichen des Tarifvertrages ganz zu schweigen.
Wäre schön, wenn sich die Gewerkschaften mal zusammenraufen und gemeinsam für die Mitarbeiter brauchbare Ergebnisse verhandeln anstatt gegeneinander und gegen die Mitarbeiter zu agieren.





