Sonntag 28. Februar 2010

Tarifergebnis ENDLICH geschafft- kein Abschluss zum Jubeln, aber ver.di setzt sich auf Verhandlungsweg durch!

Ein Drahtseilakt vom Anfang der Verhandlungen bis zur allerletzten Minute- so erlebte ich diese Tarifrunde 2010 öD/Sparkassen. ver.di knackte letztlich alle no-go Positionen der Arbeitgeber und das auf dem Verhandlungsweg. Kompliment an unsere Verhandler und an die 120.000 warnstreikenden Beschäftigten, die ein klares Signal für UNSERE Ziele abgegeben haben.

Das Tarifergebnis wird nun in einer Mitgliederbefragung rückgekoppelt und letztlich durch das Votum unserer Mitglieder bestätigt (bzw. abgelehnt).

Hier die Übersicht über das Ergebnis für uns Sparkässler (die weiteren Ergebnisse für die Versorger, Nahverkehr, Krankenhäuser und Bund lasse ich weg).

  1. Entgelterhöhung: ab 1.12010 + 1,2%, ab 1.1.2011 + 0,6% plus EUR 240 Einmalbetrag, ab 1.8.2011 + 0,5%; Laufzeit 26 Monate bis 29.02.2012

  2. Erhöhung des Leistungsentgelts ab 2010 – 2013 pro Jahr um 0,25% (um insgesamt 1%);

  3. Erhöhung des Garantiebetrags bei Höhergruppierungen ab 1.1.2010

  4. Pauschalzahlung von EUR 250 für ab 1.10.2005 – 31.12.2009 Neueingestellten in EG 1-8

  5. Pauschalzahlung von EUR 250 für Wechsler ab 1.10.2005-31.12.2009 in andere Tätigkeit (EG 2-8)

  6. Regelungen zur Altersteilzeitregelung, Übernahme von Azubis, Sicherung laufender Bewährungsaufstiege, Prozessvereinbarung für eine neue Entgeltordnung und Verpflichtungen zur Tarifpflege.

Die Doppelziele der Arbeitgeber- beim Bund war dies das Ziel, möglichst wenig zu erhöhen und bei der VKA das Ziel, möglichst alles in das Leistungsentgelt zu packen - hat ver.di klar durchkreuzt. Das Leistungsentgelt wird lediglich moderat erhöht über 4 Jahre um 1%. In der SSZ werden die 4 x 0,25% in die Leistungsorientierte Vergütung (LoV) einfließen und das auszuschüttende LoV-Budget entsprechend erhöhen.

Die Altersteilzeit war uns Sparkässler hingegen sehr wichtig. Der Bund wollte diese partout aus ordnungspolitischen Gründen abschaffen, hoch ging`s her bei den Verhandlungen!

Die Eckpunkte der tariflichen Altersteilzeit sind folgende, dabei sind zwei Wege möglich:

  1. Individueller Antrag des einzelnen Beschäftigten: • Auf die Annahme besteht kein Rechtsanspruch. • Der Beschäftigte muss in einem Restrukturierungsbereich arbeiten • Der Aufstockungsbetrag beträgt 70% des Nettogehalts • Die ATZ beginnt frühestens mit dem 60. LJ für max. 5 Jahre bis frühestem Renteneintritt • WICHTIG: Dienstvereinbarungen können Abweichendes regeln!

  2. Rechtsanspruch für 2,5% der Tarifbeschäftigten einer Sparkasse • Näheres kann durch eine Dienstvereinbarung geregelt werden

Die Möglichkeit, über Dienstvereinbarungen Verbesserungen zur tariflich verlängerten Altersteilzeit zu erreichen, wird ver.di in Sparkassen nun sicherlich massiv angehen.

Soweit zum Tarifergebnis, liebe Freunde des Blogs. Ich bin gespannt auf Eure Kommentare im Blog, nutzt kräftig diese Möglichkeit der Meinungsbildung!

Macht`s GUT! Euer Timo

positiv
Rubrik: Sparkassen
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Kommentare

 
Iris Koch · Sonntag 28. Februar 2010 · 21:02
Der Abschluss ist kein "Hurrah", aber in dieser Wirtschaftskrise akzeptabel. Wir haben unsere wichtigsten Forderungen z.B.ATZ durchgesetzt bzw. den Einstieg ( Sicherung der Azubi-Übernahme )erreicht. Die Leistungsentgelterhöhung viel moderat aus. Einen Dank an unsere Verhandler, ich habe ein schlechteres Ergebnis befürchtet.
 
Sören Nessau · Montag 1. März 2010 · 10:01
In wirtschaftlich schwierigen Zeiten ist ein sinnvoller Abschluss seriöser als ein absolut übertriebener welcher uns langfristig gesehen mehr geschadet als genutzt hätte.

Aber um eins klar festzuhalten, wir mussten als Sparkässler nicht viel dazu beitragen.
Ich glaube auch nicht dass wir dies gekonnt hätten.
Denn in unseren Reihen gibt es mehr die auf hohem Niveau meckern als solche die aktiv etwas zu Veränderungen beitragen.
Aber es ist ja immer besser im Büro zu sitzen und sich über die anderen auszulassen die ja angeblich nichts bringen als seinen verwöhnten Hi....n selbst zu bewegen.
 
Monika Niemeier · Montag 1. März 2010 · 13:54
Abschluss, Na ja

wie immer sind es bei uns nur schwer erkämpfte Krümmel.Wichtig ist die Regelung
zur Übernehme der Auszubildenden,sowie
die Regelung zur Altersteilzeit .
Nur die Laufzeit ist mit 26 Monaten viel zu lang.
 
Werner Aßmann · Dienstag 2. März 2010 · 08:59
Aus einer nicht einfachen Ausgangslage hat ver.di mehr erreicht , wie viele erwartet haben. Wir bewegn uns im Volumen analog IG-Metall und haben noch etliche Zusatzpunkte positiv klären können.

Erstes Fazit: ver.di hat es GUT. gemacht und Dank an Timo Tarif für die vielen Infos und Folien!

Zweites Fazit: Wir sind im TVöD GUT. aufgehoben, möchten aber im Sonderteil Sparkassen in Zukunft noch einige Schmankerl mehr, wie aktuell im Tarifvertrag gereglt ( 40 € VL, 1 Gehalt fest, 1/2 EOV, 1/2 und bald mehr in LOV, Ausbildungsvergütung,...).

Meckern und mosern ohne dabei zu sein, gilt nicht! ver.di lohnt sich, deshalb jetzt dazu kommen, jetzt ver.di und die eigenen Interessen stark machen! Es lohnt sich!
 
Herbert Streik · Dienstag 2. März 2010 · 09:48
Sicher muss man das Ergebnis in die derzeitige wirtschaftliche Situation richtig einordnen. Was mich jedoch stört, ist die Laufzeit von 26 Monaten. Kein Mensch weiß, wie sich in den nächsten zwei Jahren die Wirtschaft und auch das allgemeine Preisniveau entwickeln wird. Falls es 2011 wieder zu einem kräftigen Aufschwung kommen sollte, dann ist der öffentliche Dienst einmal mehr von der allgemeinen Lohnentwicklung abgekoppelt. Aus diesem Grund werde ich bei der Abstimmung gegen die Annahme des Ergebnisses stimmen.
 
Karl-Heinrich · Dienstag 2. März 2010 · 11:03
Lieber Werner, wenn ich die Sparkassenzeitung vom 26.2.2010 lese und bereits auf der ersten Seite ganz groß steht, dass die OSV-Sparkassen in 2009 Rekordgewinne erzielt haben, stellt sich für mich die Frage, warum wir kein besseres Ergebnis erzielt haben! (Für die kommunalen Versorger war das möglich.) Die Rekord-Meldungen kommen natürlich auch von den anderen (westl.)Sparkassen und zwar mit recht heftigen Formulierungen.
Bei den kommunalen Einrichtungen sowie Gemeinden, Städte, Landkreise etc. gibt es diese Gewinnsituationen und den - nicht zu vergessenden - Verkaufsdruck nicht
(wird es auch nie geben!), nur was müssen wir ändern, damit wir nicht immer wieder aufgrund der miserablen Haushalte dieser Institutionen mitverhaftet werden???
 
Jörg · Donnerstag 1. April 2010 · 11:19
Hallo Karl-Heinrich, der Werner ist vielleicht schon im Osterurlaub...
Ich finde Deine Anfrage schon interessant und habe mir da auch schon so meine Gedanken gemacht: den Tarifverbund aufgeben? Nein! Allein hätten wir Sparkässler dieses Ergebnis nicht erzielen können! Und was, wenn sich Sparkassen vielleicht nach Bundesländern unterschiedlich entwickeln - dann Spartentarife je Bundesland? Im Endergebnis irgendwann nur noch Haustarife? Nee, das ist nicht zielführend - jedenfalls für mich nicht! Was nun? Sich demokratisch bei und im Vorfeld jeder Wahl einmischen! Die von uns Allen gewählten Politiker schaffen die Rahmenbedingungen für Wirtschaft und Soziales! Frohe Ostern wünscht Jörg
 
Tim · Freitag 2. April 2010 · 18:19
Ich bin maßlos enttäuscht. Meine Sparkasse hatte letztes Jahr das beste Ergebnis in der Firmengeschichte und die Prognose für dieses Jahr sieht auch nicht gerade schlecht aus. Die Mitarbeiter werden mit Tariferhöhungen abgespeist die bei 26 Monaten Laufzeit bestenfalls einen Inflationsausgleich darstellen. Sicher Geld ist nicht alles. Aber was den Verkaufsdruck unserer Berater angeht, hat Verdi gar nichts erreicht, obwohl man dies vorher groß in Angriff nehmen wollte. Der Druck auf die Mitarbeiter ist so enorm, dass sich Kunden bei der Sparkasse schon lange nicht mehr in sicheren Händen fühlen können.
Ich bin genauso wie meine Kollegen maßlos enttäuscht und fühle mich von Verdi überhaupt nicht vertreten. Andere Branchen werden es uns wieder einmal vormachen wie man Verhandlungen führt und zu guten Ergebnissen kommt...
 
Dominik · Montag 26. April 2010 · 08:38
Sehe das ähnlich wie Tim. Meine Sparkasse macht dieses Jahr auch wieder ein super Ergebnis und hat letztes Jahr (durch die Angst der Wirtschaftskrise) sehr, sehr viel Geld gemacht. Da hat es auch nichts ausgemacht, dass man sich am BayernLB Skandal beteiligen musste - war trotzdem noch ein Top Ergebnis.
Ich denke hier muss man einfach härter sein - den meisten Banken und Versicherungen geht es trotz Wirtschaftskrise immer noch verhältnismässig gut. Allerdings haben sie jetzt wieder einen Grund die Verhandlungen aufzuhalten.
 
Petra · Mittwoch 2. Juni 2010 · 12:58
Nach fast 25 Jahren Sparkasse in den neuen Ländern bin ich immer wieder enttäuscht, wenn es zu einen neuen Tarifabschluss kommt und es nach wie vor so ist, dass Mitarbeiter im Westen nach 15 Jahren Kündigungsschutz haben ab 40 Jahre. Leider würde ich auch dazu gehören, nur ich wohne im Osten! Wie kann es sein, dass es nach so vielen jahren immer noch diese Unterschiede gibt?!
 
Denise · Dienstag 13. Juli 2010 · 15:21
Meine Sparkasse will mich nicht übernehmen. Wir haben aber Bedarf, ich schaffe sicher eine 3 in der Prüfung und es gibt keine anderen persönlichen Gründe des Vorstandes. Also dürfen die das !?
 

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