Tarifergebnis ENDLICH geschafft- kein Abschluss zum Jubeln, aber ver.di setzt sich auf Verhandlungsweg durch!
Ein Drahtseilakt vom Anfang der Verhandlungen bis zur allerletzten Minute- so erlebte ich diese Tarifrunde 2010 öD/Sparkassen. ver.di knackte letztlich alle no-go Positionen der Arbeitgeber und das auf dem Verhandlungsweg. Kompliment an unsere Verhandler und an die 120.000 warnstreikenden Beschäftigten, die ein klares Signal für UNSERE Ziele abgegeben haben.
Das Tarifergebnis wird nun in einer Mitgliederbefragung rückgekoppelt und letztlich durch das Votum unserer Mitglieder bestätigt (bzw. abgelehnt).
Hier die Übersicht über das Ergebnis für uns Sparkässler (die weiteren Ergebnisse für die Versorger, Nahverkehr, Krankenhäuser und Bund lasse ich weg).
Entgelterhöhung: ab 1.12010 + 1,2%, ab 1.1.2011 + 0,6% plus EUR 240 Einmalbetrag, ab 1.8.2011 + 0,5%; Laufzeit 26 Monate bis 29.02.2012
Erhöhung des Leistungsentgelts ab 2010 – 2013 pro Jahr um 0,25% (um insgesamt 1%);
Erhöhung des Garantiebetrags bei Höhergruppierungen ab 1.1.2010
Pauschalzahlung von EUR 250 für ab 1.10.2005 – 31.12.2009 Neueingestellten in EG 1-8
Pauschalzahlung von EUR 250 für Wechsler ab 1.10.2005-31.12.2009 in andere Tätigkeit (EG 2-8)
Regelungen zur Altersteilzeitregelung, Übernahme von Azubis, Sicherung laufender Bewährungsaufstiege, Prozessvereinbarung für eine neue Entgeltordnung und Verpflichtungen zur Tarifpflege.
Die Doppelziele der Arbeitgeber- beim Bund war dies das Ziel, möglichst wenig zu erhöhen und bei der VKA das Ziel, möglichst alles in das Leistungsentgelt zu packen - hat ver.di klar durchkreuzt. Das Leistungsentgelt wird lediglich moderat erhöht über 4 Jahre um 1%. In der SSZ werden die 4 x 0,25% in die Leistungsorientierte Vergütung (LoV) einfließen und das auszuschüttende LoV-Budget entsprechend erhöhen.
Die Altersteilzeit war uns Sparkässler hingegen sehr wichtig. Der Bund wollte diese partout aus ordnungspolitischen Gründen abschaffen, hoch ging`s her bei den Verhandlungen!
Die Eckpunkte der tariflichen Altersteilzeit sind folgende, dabei sind zwei Wege möglich:
Individueller Antrag des einzelnen Beschäftigten: • Auf die Annahme besteht kein Rechtsanspruch. • Der Beschäftigte muss in einem Restrukturierungsbereich arbeiten • Der Aufstockungsbetrag beträgt 70% des Nettogehalts • Die ATZ beginnt frühestens mit dem 60. LJ für max. 5 Jahre bis frühestem Renteneintritt • WICHTIG: Dienstvereinbarungen können Abweichendes regeln!
Rechtsanspruch für 2,5% der Tarifbeschäftigten einer Sparkasse • Näheres kann durch eine Dienstvereinbarung geregelt werden
Die Möglichkeit, über Dienstvereinbarungen Verbesserungen zur tariflich verlängerten Altersteilzeit zu erreichen, wird ver.di in Sparkassen nun sicherlich massiv angehen.
Soweit zum Tarifergebnis, liebe Freunde des Blogs. Ich bin gespannt auf Eure Kommentare im Blog, nutzt kräftig diese Möglichkeit der Meinungsbildung!
Macht`s GUT! Euer Timo
Kommentare
Aber um eins klar festzuhalten, wir mussten als Sparkässler nicht viel dazu beitragen.
Ich glaube auch nicht dass wir dies gekonnt hätten.
Denn in unseren Reihen gibt es mehr die auf hohem Niveau meckern als solche die aktiv etwas zu Veränderungen beitragen.
Aber es ist ja immer besser im Büro zu sitzen und sich über die anderen auszulassen die ja angeblich nichts bringen als seinen verwöhnten Hi....n selbst zu bewegen.
wie immer sind es bei uns nur schwer erkämpfte Krümmel.Wichtig ist die Regelung
zur Übernehme der Auszubildenden,sowie
die Regelung zur Altersteilzeit .
Nur die Laufzeit ist mit 26 Monaten viel zu lang.
Erstes Fazit: ver.di hat es GUT. gemacht und Dank an Timo Tarif für die vielen Infos und Folien!
Zweites Fazit: Wir sind im TVöD GUT. aufgehoben, möchten aber im Sonderteil Sparkassen in Zukunft noch einige Schmankerl mehr, wie aktuell im Tarifvertrag gereglt ( 40 € VL, 1 Gehalt fest, 1/2 EOV, 1/2 und bald mehr in LOV, Ausbildungsvergütung,...).
Meckern und mosern ohne dabei zu sein, gilt nicht! ver.di lohnt sich, deshalb jetzt dazu kommen, jetzt ver.di und die eigenen Interessen stark machen! Es lohnt sich!
Bei den kommunalen Einrichtungen sowie Gemeinden, Städte, Landkreise etc. gibt es diese Gewinnsituationen und den - nicht zu vergessenden - Verkaufsdruck nicht
(wird es auch nie geben!), nur was müssen wir ändern, damit wir nicht immer wieder aufgrund der miserablen Haushalte dieser Institutionen mitverhaftet werden???
Ich finde Deine Anfrage schon interessant und habe mir da auch schon so meine Gedanken gemacht: den Tarifverbund aufgeben? Nein! Allein hätten wir Sparkässler dieses Ergebnis nicht erzielen können! Und was, wenn sich Sparkassen vielleicht nach Bundesländern unterschiedlich entwickeln - dann Spartentarife je Bundesland? Im Endergebnis irgendwann nur noch Haustarife? Nee, das ist nicht zielführend - jedenfalls für mich nicht! Was nun? Sich demokratisch bei und im Vorfeld jeder Wahl einmischen! Die von uns Allen gewählten Politiker schaffen die Rahmenbedingungen für Wirtschaft und Soziales! Frohe Ostern wünscht Jörg
Ich bin genauso wie meine Kollegen maßlos enttäuscht und fühle mich von Verdi überhaupt nicht vertreten. Andere Branchen werden es uns wieder einmal vormachen wie man Verhandlungen führt und zu guten Ergebnissen kommt...
Ich denke hier muss man einfach härter sein - den meisten Banken und Versicherungen geht es trotz Wirtschaftskrise immer noch verhältnismässig gut. Allerdings haben sie jetzt wieder einen Grund die Verhandlungen aufzuhalten.





