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Timo Tarif

Gerald Herrmann schrieb am Montag 31. März 2008 zum Thema Sparkassen:

Tarifabschluss öD- unter Vorbehalt einer Mitgliederbefragung!

Das waren lange Verhandlungstage und – Nächte! Aber ver.di setzt sich durch mit einer weit über dem Schlichtungsspruch liegenden materiellen Gehaltserhöhung! Die Kröte liegt bei der Arbeitszeiterhöhung auf 39 Stunden, dies trifft die Länder NRW, Bayern, Rheinland-Pfalz und Saarland. Weil die „Kröte“ Arbeitszeiterhöhung in diesen Ländern eine schwierige Stimmungslage in unserer Mitgliedschaft hat, wird ver.di ihre Mitglieder zum Ergebnis bis 20. April befragen- die Mitglieder sollen das letzte Wort haben!

Das Ergebnis aus SPARKASSEN-Sicht (Ergebnisteile für Krankenhäuser, Erziehungsdienste, Versorgungsbetriebe, Nahverkehrsbetriebe, Lehrkräfte und den Bund lasse ich hier weg):

Gehaltserhöhungen:

Tarifgebiet West:
- Ab 1.1.08 Tabellengehaltserhöhung um 50 EURO, sowie anschließend um 3,1%
- Ab 1.1.09 Tabellengehaltserhöhung um weitere 2,8%
- Am 1.1.09 Einmalbetrag für Alle (EG 1- 15 Ü) in Höhe von 225 EURO, Teilzeitkräfte anteilig

Tarifgebiet Ost:
- Beschäftigte der EG 9 werden vorgezogen am 1.1.08 in die Bemessungssatzanpassung auf 100% einbezogen (für EG 10-15Ü bleibt es also derzeit bei 97%).
- Die Tabellenerhöhung für 2008 erfolgt zeitverschoben am 1.4. 08:
o Ab 1.4.08 Tabellengehaltserhöhung um 50 EURO, sowie anschließend um 3,1%
o Ab 1.1.09 Tabellengehaltserhöhung um weitere 2,8%
o Am 1.1.09 Einmalbetrag für Alle (EG 1- 15 Ü) in Höhe von 225 EURO, Teilzeitkräfte anteilig

Auszubildende:

- Ab 1.1.08 wird das Azubi-Entgelt um 70 EURO monatlich erhöht
- Die Übernahmeregelung § 16a wird verlängert:
„1Die Tarifvertragsparteien wirken darauf hin, dass Auszubildende nach TVAöD- Besonderer Teil BBiG- nach erfolgreich bestandener Abschlussprüfung für mindestens zwölf Monate in ein Arbeitsverhältnis übernommen werden, soweit nicht personen- oder verhaltensbedingte Gründe entgegenstehen. 2Satz 1 gilt nicht, soweit die Verwaltung bzw. der Betrieb über Bedarf ausgebildet hat. 3Diese Regelung tritt mit Ablauf des 31. Dezember 2009 außer Kraft.“

Leistungsentgelt:

- Es erfolgt keine Ausweitung des Leistungsentgelts

Arbeitszeit (Mindestlaufzeit bis 31.12.2009):

- Im Tarifgebiet West beträgt die regelmäßige wöchentliche Arbeitszeit ab 1.7. 2008 39 Stunden.
- Die Länderöffnungsklauseln entfallen. In Niedersachsen entfällt durch die Vereinheitlichung die Sonderregelung zum 24./31.12., es gilt also wieder die allg. Regelung des TVöD
- Die Klage der VKA zur Meistbegünstigung wird zurückgezogen.
- Für Altersteilzeitbeschäftigte bleibt es bei den bisherigen Arbeitszeitregelungen.
- Teilzeitkräfte mit fester Stundenzahl haben auf Antrag(!)ein Wahlrecht,die Stundenzahl aufzustocken, sodas kein materieller Verlust entsteht.

Restanten:

- Die bereits geeinte Restantenliste von 2006 wird nun endlich am 1.7.08 – aber nicht rückwirkend- in Kraft gesetzt

Überleitungsrecht:

- Begonnene Zeit- und Bewährungsaufstiege und gewährte Vergütungsgruppenzulagen laufen auf Antrag(!) weiter bis 31.12.2009
- Bei Arbeitgeberwechsel kann die erworbene Entgeltgruppe und -Stufe berücksichtigt werden
- Das Überleitungsrecht wird verlängert, erstmals kündbar zum 31.12.2010

Erklärungsfrist:

- ver.di vereinbarte eine Erklärungsfrist bis 20.04.08 (für die Mitgliederbefragung).
- Mit Annahme des Tarifergebnisses wird die Kündigung der Arbeitszeiten vom 7.3.08 erledigt.

Tja, was haltet ihr nun von diesem Ergebnis?

Schreibt eure Meinung im Forum! Für uns Sparkässler finde ich, Timo, das gesamte Ergebnis eine gute Sache! Einen Sockel von ver.di durchzusetzen ist genial für die soziale Komponente. Im unteren/mittleren Entgeltbereich bis hin zu EG 5, Stufe 1 gibt’s dadurch zwischen 7% bis 6% Erhöhung allein in 2008. Im Durchschnitt wird durch den Sockel von 50 EURO und dann oben drauf 3,1% im Mittel für 2008 5,1% gezahlt und das ab 1.1. ohne irgendwelche Laufzeitschummelei (leider war die Zeitverzögerung für Ost nicht vollständig zu reduzieren). Die 2,8% für 2009 gibt’s auch ab 1.1. und mit Einmalbetrag macht das durchschnittlich 3,55%.
Bei 14 Gehältern gerechnet erhalten Sparkässler zwischen 2.181 EURO (EG 2, Stufe 1) und 5.183 EURO (EG 15, Stufe 6)- im Mittel gibt’s über die zwei Jahre rund 3.500 EURO mehr.

Endlich ist die langjährige Verzichtspolitik im öD durchbrochen. Die „Gegenleistung“ der Arbeitszeiterhöhung ist schmerzlich, aber die Arbeitgeber wollten 40 Stunden haben. Und seht mal auf das 10 Punkte Papier der VKA, in dem 7 Großbaustellen steckten. Die haben wir abgeräumt! Im Verhältnis zum 1. Angebot ist das Ergebnis nahezu verdoppelt und zur Schlichtungsempfehlung deutlich aufgebessert. Zum Wettbewerber der Banken haben wir Sparkässler nun wieder gleichgezogen (bezüglich Einkommen und gleicher Wochenarbeitszeiten).

Ohne die hohe Warnstreikbeteiligung auch von uns Sparkässlern wäre dies Ergebnis nie zustande gekommen. Soweit in der Mitgliederbefragung dies Ergebnis aber „durchfallen“ sollte, wird ver.di in die Urabstimmung gehen. Dann ist alles offen. Jedes Mitglied sollt sich nun bei der kommenden Befragung seiner Verantwortung bewusst sein.

Ich fahre nun endlich- nach einigen Nacharbeiten- auf den Weg nach Hause und ab ins Bett!

Euer TimoTarif



URL des Textes: http://www.timotarif.de/7/viewentry/2293


Kommentare

Fidi am 31. März 2008

Danke den Verhandlungsführern für ihr Durchhaltevermögen und ihre Standfestigkeit gegenüber den Arbeitgebern. Ich meine es hat sich gelohnt den Arbeitgebern unsere Kampfbereitschaft zu zeigen. Was mich jedoch ärgert ist, dass die Gruppe der Nichtorganisierten weiterhin die größte Gruppe in der Sparkassenarbeitnehmerschaft bleibt und das trotz dieses möglichen Abschlusses. Ich will es nicht hoffen, aber vieleicht bräuchten diese Kollegen die Streichung der SSZ damit sie wach werden.


Oliver Klinger am 31. März 2008

Hallo Timo,

ja, das Angebot ist wesentlich besser als das, was vorher auf dem Tisch lag. Und es enthält zumindest für den Westen der Republik eine klare Regelung.

Aber: die Streikstimmung war gut und die Bahner und Ärzte haben gezeigt, dass immer mehr drin ist. Daher begeistert mich das Tarifergebnis nicht; wir sind weit weg von 8 % und dem, was sich Andere selbst gegönnt haben.

Die Annahme des Ergebnisses wäre dann akzeptabel, wenn die Baustellen, die gleichzeitig geschlossen werden, dieses rechtfertigen. Timo, es würde mich freuen, wenn Du genau hier noch einmal informierst und bewertest, sobald Du ausgeschlafen hast.


Anja Sommer am 31. März 2008

Ich finde es gut, dass eine Einigung erzielt wurde. Aber was mich wirklich ärgert, ist immer wieder der Unterschied Ost und West. Sind wir im Osten nur Menschen zweiter Klasse oder warum müssen wir für weniger bzw.gleiches Entgelt mehr Arbeit leisten? Nach 18 Jahren vereinigtes Deutschland, sollte doch mal Gleichheit herrschen. Gerade eine Gewerkschaft, sollte sich für eine Gleichbehandlung der ost- und westdeutschen Mitglieder einsetzen und diese auch gleich behandeln.


Carsten Richter am 31. März 2008

Hallo Timo,

mit dem erzielten Ergebnis kann ich leben und es ist besser, als ich wirklich erwartet habe.

So verlaufen eben Verhandlungen. Wer im Vorfeld geglaubt hat, es gibt 8% mehr Lohn und von dieser Forderung keine Abweichung, der ist in meinen Augen ein Utopist. Bei Verhandlungen müssen sich beide Seiten bewegen und einen Kompromiss finden.

Klar ärgert mich, dass der "Osten" immer noch benachteiligt wird. Es ist aber bei weitem nicht so schlimm, wie es am Anfang der Verhandlungen sowie nach dem Schlichterspruch aussah.

Und ich appeliere an unsere Kolleginnen und Kollegen im "Westen" der Republik für eine positive Votierung des Verhandlungsergebnisses. Wer schaut schon bei der Arbeit auf die Uhr. Die 12 Minuten längere Arbeitszeit ist auch ein Beitrag zur Gleichbehandlung zwischen Ost und West. So trennen uns eben nur noch 6 Minuten tägliche Arbeitszeit ;-).

Danken für das nun Erreichte möchte ich unserer Verhandlungsführung. Aber auch wir Sparkässler brauchen uns nicht zu sehr darüber ärgern und vor dem Ergebnis verstecken. Auch durch unsere Aktionen (Streiks, Demo) wurde ein Einlenken der Arbeitgeberseite erreicht. Darin können wir stolz sein. Jedenfalls ich bin es, denn ich war in Plauen und Leipzig dabei.

Timo, wenn Du wieder auf die Beine gekommen und ausgeruht bist, bitte ich Dich um genauere Informationen zum Ergebnis.

Und einen Tipp möchte ich der Tarifkommission noch mitgeben. Fixiert bitte das Ergebnis (wenn es durch die Mitglieder angenommen wird)im Tariftext klar und unmissverständlich. Die letzte Fassung des TVöD hat zu viel Interpretationsspielraum für die Arbeitgeberseite zugelassen. Denn nur was im Tarif schriftlich steht gilt als rechtliche Grundlage.


Klaus Steffan am 31. März 2008

Ich finde das Ergebnis gut. Realistisch betrachtet wäre auch bei einem Streik nur unwesentlich mehr herauszuholen gewesen.

Und die Kraft und Zeit, die wir beim Streik hätten investieren müssen, die können wir jetzt in die Mitgliederwerbung vor Ort stecken. Das müssen wir aber nun auch tun.


Kathrin Imber am 31. März 2008

Danke Anja. Ich komme mir auch immer noch wie ein Behinderter Ossi vor. 18 Jahre und mochmal 3 Monate länger gearbeitet. Ebenso weniger Geld erhalten. Wo soll das noch hinführen. Wir sind immernoch gehändikapt. Eine Stunde "Mehr"-Arbeit. Oder sind wir einfach nur leistungsfähiger?


Andreas Leininger am 31. März 2008

Hallo,
ein Kompromiss ist, wenn beide Seiten beim Abschluss nicht jubeln und so ist es auch hier.

Insgesamt gesehen können wir und Verdi aber Stolz sein auf das Ergebnis, denn dies ist nur möglich gewesen durch die massiven Warnstreiks. Dass diesmal auch die Sparkässler mit dabei waren, hat wohl auch den Politikern den ernst der Stunde gezeigt, auch wenn ich mir gewünscht hätte es wären noch viel mehr gewesen.

Bei einem Streik wäre vermutlich auch nicht mehr herausgekommen. Dass Ergebnis ist schon wesentlich höher, als ich mir zu träumen gewagt hätte. Nun ja der Wehrmutstropfen die Arbeitszeit, aber dafür z.B. in E 1 Stufe 2 = 7,11% mehr in 2008 kann sich sehen lassen und war für diese Bereiche auch dringend nötig.

‚Als „Wessi“ finde ich jetzt schon richtig peinlich, dass immer noch diese Unterschiede gemacht werden. Bekommt Angela eigentlich auch Kanzlergehalt Ost-Tarif?????
Diese Unterscheidung muss zukünftig weg.

Großes Lob und dank an das Verhandlungsteam, die Ausdauer, das Durchhaltevermögen und das Augenmaß. Jetzt gilt es noch das Ergebnis richtig darzustellen und bei dem Ergebnis hat es Verdi auch nicht nötig etwas zu beschönigen, ich finde das Ergebnis gut und hoffe es findet eine bereit Mehrheit, auf meine Stimme könnt ihr zählen.


Detlef Hartmann am 31. März 2008

Ich finde das Verhandlungsergebnis ziemlich armselig!

3,1% mehr Gehalt in 2008 bei einer Arbeitszeiterhöhung von 1,3%??
Da bleiben von dem 3,1% Mehr an Gehalt nur noch 1,8% (Eins Komma Acht) übrig! Das ist weniger als die Inflationsrate!!
Selbst wenn man noch die 50 Sockel-Euros einberechnet, kommt nicht viel mehr heraus...

Die Arbeitgeber reiben sich die Hände und werden sich zuprosten.


Mathias Lang am 31. März 2008

Das erreichte Ergebnis ist sehr gut und es war sicherlich zum gegenwärtigen Zeitpunkt auch nicht mehr machbar. Ich habe mich gefreut, dass es zu der Einigung gekommen ist. Meine Zustimmung habt ihr.
Sehr gut, dass auch wir Sparkässler diesmal eindrucksvoll Flagge gezeigt haben, wenn reginal auch noch unterschiedlich. Daran müssen wir noch arbeiten.

Auch mich stört die nach wie vor ungleiche Behandlung Ost/West. Dies bleibt eine wichtige, wenn nicht die wichtigste Baustelle für die Zukunft. Diese Unterschiede spalten uns in den Köpfen, in den Interessen, verhindern letzendlich ein einheitliches Auftreten und machen es ver.di in den Verhandlungen schwer.

Mit dem Ergebnis können und müssen wir auf Mitgliederwerbung gehen.

Danke an Timo Tarif für die aktuellen Informationen und die Möglichkeit, Gedanken auszutauschen.


Iris Koch am 31. März 2008

Das Gesamtergebnis reißt mich nicht wirklich vom Hocker!
Unsere Ursprungsforderung war gemessen an den Preissteigerungen an allen Fronten nicht unrealistisch.
Aber ein Kompromiss entsteht nun mal nicht einseitig.
Ich denke, ihr habt in den schweren Verhandlungen abschätzen können, was machbar und was nicht verhandlungsfähig ist.
Wir Niedersachsen sind bei den diesjährigen Verhandlungsergebnissen mal im "Vorteil"
( 39 Stunden arbeiten wir bereits seit 2 Jahren und den halben Silvestertag und den Heilgabend bekommen wir auf diesem Wege zurück ). Rechnen wir den Sockelbetrag sowie die % Erhöhungen und die Einmalzahlung dazu,werden unsere verdianer dafür nicht auf die Straße gehen und für noch mehr streiken.
Das haben wir auf unserer heutigen ver.di-Mitgliederversammlung abgefragt.
Daher werden die meisten KollegInnen für den Abschluß stimmen.
Wir werden die kommenden 2 Jahre bis zum Auslaufen des Tarifvertrages nutzen, um noch mehr KollegInnen für ver.di zu begeistern und die Streikfähigkeit weiter auzubauen.
Das kann uns für die nächsten Tarifverhandlungen nützlich sein und auf ein besseres Ergebnis hoffen.
Ich glaube, zum heutigen Zeitpunkt sind unsere verdianer froh, nicht streiken zu müssen.
Für die stets guten und schnellen Informationen von Dir, Timo, herzlichen Dank.


Rainer Mack am 31. März 2008

Dieser "Abschluß" ist eine Frechheit.
Ich vermisse beispielsweise die vorher oft bemühte Gegenrechnung, wie teuer die Arbeitszeitverlängerung wird; schließlich sind die 3,1% doch nur Augenwischerei.
Ich halte es für lächerlich, vorher den Aufstand zu verkünden und dann umzufallen.
Ich kann nicht erkennen, wie man mit einem solch erbärmlichen Ergebnis Mitglieder behalten oder gar neue gewinnen will.


Achmed Lutz am 31. März 2008

Liebe Anja, Du fragst, ob wir im Osten Menschen zweiter Klasse sind: Das sind und bleiben wir solange wie wir uns nicht organisieren und wehren. Somit sind wir wiederholt sehr gut berücksichtigt worden mit diesem Tarifabschluss (wie auch schon 2005). Bis zur nächsten Tarifrunde: Verdianer werben! Tut auch gut gegen sonstigen Politfrust. Ein- (Mit-) mischen macht Spaß! Ansonsten: länger arbeiten für weniger Geld.


Ralf Schönert am 31. März 2008

Teile und herrsche!
Zuerst auch einmal „Danke“ den Verhandlungsführern für ihr Durchhaltevermögen und ihre Standfestigkeit gegenüber den Arbeitgebern. Bezüglich der Beurteilung des gesamten Verhandlungserfolges bin ich nicht so von Optimismus beseelt, wie einige Mitstreiter hier im Forum.
Sicherlich ist es für uns Sparkässler wichtig, nach den vergangenen mageren Jahren mal wieder einen „ordentlichen Schluck aus der Pulle“ zu bekommen. Doch betrachten wir einmal die Verhandlungspunkte differenziert:
1.Die „Erfolge“ der materiellen Verhandlungspunkte (Gehaltserhöhungen) für die Tarifgebiete West / Ost beinhalten sicherlich das, was zur Zeit am Verhandlungstisch möglich war.
2.Bereich Auszubildende: 70 Euro mehr. Na gut, jetzt hängen wir 70 Euro weniger hinter den Auszubildendenvergütungen des privaten Bankgewerbes hinterher. Den „Erfolg“ sehe ich so, derzeit noch nicht.
3.Punkt Leistungsentgelte: Es erfolgt keine Ausweitung des Leistungsentgeltes. Wie auch, dazu war seit Einführung des TvöD die Zeit zu kurz, um Bewertungs- und Kontrollsysteme zu implementieren, so dass diese verlässliches und belastbares Datenmaterial für die Lohn- und Gehaltsabrechnungsprogramme liefern. Und. Der Eingruppierungstarifvertrag steht noch nicht. Eine generelle Überprüfung der Eingruppierungen wird uns also erst in der nächsten Tarfirunde (ab 31.12.2009) ereilen. Hier gibt’s dann ein Stellschräubchen für den Arbeitgeber, das Mehr an Lohn- und Gehalt was jetzt erreicht wurde, in absehbarer Zeit durch Herabgruppierungen aufgrund des geänderten „Eingruppierungstarifvertrages“ wieder zu kompensieren (persönliche Anmerkung: Ich glaube nicht das dieser Tarfivertrag mit sparkassenspezifischen Inhalten irgendjemanden in der grossen ver.di-Familie interssiert, geschweige denn, daß er dann für uns mit auf die Strasse geht.). Herabgruppierung ist ja ein so böses Wort. Es wird uns dann als „tarifgerechte“ Einstufung o.ä. verkauft werden.
4.Thema Arbeitszeit: Es geht nicht um 30 Minuten pro Woche, bzw. 2 Stunden im Monat, bzw. 24 Stunden (3 Tage) mehr pro Jahr. Über das Für und Wider von Arbeitszeitverkürzungen wurden in den 90iger Jahren des vergangenen Jahrhunderts Glaubenskriege innerhalb unserer Reihen geführt. Neue Nahrung bekommt diese Diskussion derzeit ja auch wieder durch verschiedene ver.di-Projekte (Stichwort: faire Arbeit). Die beschlossene Arbeitszeitverlängerung wird sicherlich nicht zur Entlastung von Mitarbeitern eingesetzt werden. Um das heere Ziel, die Vertriebssparkasse 2010, zu erreichen wird jede Arbeitszeitverlängerung unweigerlich zu einer weiteren Verdichtung der Tätigkeiten mit allen negativen Auswirkungen auf die Beschäftigten, führen. Im Vertriebsbereich zur Generierung von mehr Ertrag (Ich bin schon auf die Zielgespräche für das Jahr 2009 gespannt. Arbeitgeberseitig wird sicherlich heute vereinfacht gerechnet: 38,5 Std. = 100 % für 2008; 39 Std. = 101,30% für 2009.). In den Stäben wird die Erweiterung der Arbeitszeit zur weiteren „Prozessoptimierung“ eingesetzt. Oder anders formuliert: Sie haben jetzt bis Ende 2009 Zeit, Arbeit und Tätigkeiten noch mehr zu verdichten und somit Rationalisierungspotenzial aufzutun, was zu einem weiteren Abbau von Stellen führt. Finanzieren wir also unseren Stellenabbau mit diesem Tarifergebnis selbst, da ja bekanntlich die Verlängerung der Arbeitszeit eine Teilkomponente war die zum Gesamtergebnis geführt hat?
Tja, nach allen hier nur kurz angerissenen Überlegungen bin ich mir sicher, dass ich bei der in den nächsten Tagen durchzuführenden „aufsuchenden Befragung“ mit NEIN stimmen werde.
Ich werde unsere Verhandlungsvertreter nicht aus der Haftung zur Erfüllung unserer Tarifforderung entlassen. Eine so eine breite Solidarität über alle Fachbereiche von ver.di hinweg, habe ich nach über 31 Gewerkschaftsjahren, auch in der ehelmaligen OETV, nicht erfahren. Diese Solidarität macht heute mehr möglich, als das was uns vorliegt. Also, liebe Kolleginnen und Kollegen der Verhandlungsführung: ausschlafen - Kaffee trinken und weiterkämpfen. Da ist mehr drin. Arbeit wird nicht nur in Lohnprozenten gemessen.


Kerstin Smolka am 31. März 2008

Das erreichte Ergebnis ist wirklich weit mehr, als nach der Schlichtungsempfehlung zu erwarten war. Dazu beigetragen haben ganz sicher auch die vielen Signale der Kampfbereitschaft aus Sparkassen.
Sehr ärgerlich bleibt für uns schon insbesondere die Trennung Ost/West, aber wir lassen uns diese ja auch in der breiten Masse gefallen.
Ich denke realistisch eingeschätzt war es schon ein großer Erfolg, so viele Ost-Sparkässler zu den Aktionen in Plauen, Leipzig und im Rahmen der Warnstreikaktionen auf die Straße zu bekommen, solche Erfahrungen konnten wir bisher noch nie sammlen.
Vor den evt. anstehenden Streiks gab und gibt es doch für sehr viele nochmals eine noch größere Hürde zu überwinden. Vielleicht ist es ganz gut, dass uns für solche Aktionen noch etwas mehr "Aufbauzeit" bleibt. Bis Ende 2009, wenn die SSZ auf dem Spiel steht, haben wir also noch viel in Bezug auf Mitgliedschaft und Ängsteabbau/Mutaufbau zu leisten. Nutzen wir die gewonnenen Erfahrungen und die positiven Impulse dafür.

Zum Abschluss ein Dank dem Engagement und Durchhaltevermögen aller, die an dem jetzt vorliegenden Abschluss Anteil haben.


Birtschi am 1. April 2008

"Na das nenne ich doch mal eine skandalöse Nachricht zum Beginn der Sommerzeit. Denn wir im Osten sollten nicht vergessen, dass immerhin die Sonne hier bei uns zuerst aufgeht – während der Westen noch im Dunkeln sitzt. „Der frühe Vogel fängt den Wurm“, der westdeutsche bekommt ihn auf einem silbernen Tablett serviert! Warten wir ab, ob und wann den Gewerkschaftlern im Osten endlich ein Licht aufgeht! Erich hätte seine wahre Freude daran gehabt, denn sein Fluch: “Überholen ohne Einzuholen” scheint kein bißchen gebrochen."


Carsten Richter (die zweite) am 1. April 2008

Tja so ist das Sachbearbeiterleben. Leider konnte ich mich gestern nicht mit meinem Rechner auf ein gemeinsames Ergebnis einigen. Nach einer Verhandlungspause probiere ich es mit Kopfrechnen.
Im Tarifgebiet "West" sind es doch nur 6 Minuten tägliche Mehrarbeit. Der Unterschied zu uns im "Osten" beträgt somit noch 12 Minuten.
Im Ergebnis steht mehr Gehalt für alle, und zwar mehr, als nach dem Verhandlungsverlauf erwartet werden konnte. Das ist gut so.
Bei der Arbeitszeit hat ein guter Personalrat Möglichkeiten, diese für seine Mitarbeiter über entsprechende Arbeitszeitmodelle zu gestalten. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, Freizeit kostet zwar Geld ist aber unbezahlbar.
Somit kann ich also mit dem Abschluss leben und schlucke auch diese Kröte.
Und wir dürfen nicht vergessen, es ist ein Etappenziel. Die nächste Runde kommt bestimmt. Wenn wieder alle gemeinsam so stark auftreten, wie in den letzten drei Monaten, dann haben wir berechtigte Hoffnung, bald auch tariflich "wiedervereint" zu sein.


Carsten Richter (die zweite) am 1. April 2008

Tja so ist das Sachbearbeiterleben. Leider konnte ich mich gestern nicht mit meinem Rechner auf ein gemeinsames Ergebnis einigen. Nach einer Verhandlungspause probiere ich es mit Kopfrechnen.
Im Tarifgebiet "West" sind es doch nur 6 Minuten tägliche Mehrarbeit. Der Unterschied zu uns im "Osten" beträgt somit noch 12 Minuten.
Im Ergebnis steht mehr Gehalt für alle, und zwar mehr, als nach dem Verhandlungsverlauf erwartet werden konnte. Das ist gut so.
Bei der Arbeitszeit hat ein guter Personalrat Möglichkeiten, diese für seine Mitarbeiter über entsprechende Arbeitszeitmodelle zu gestalten. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, Freizeit kostet zwar Geld ist aber unbezahlbar.
Somit kann ich also mit dem Abschluss leben und schlucke auch diese Kröte.
Und wir dürfen nicht vergessen, es ist ein Etappenziel. Die nächste Runde kommt bestimmt. Wenn wieder alle gemeinsam so stark auftreten, wie in den letzten drei Monaten, dann haben wir berechtigte Hoffnung, bald auch tariflich "wiedervereint" zu sein.


steffen s. am 1. April 2008

hi liebe verdianerInnen und kollegenInnen,

tja was sagt uns der tarifabschluss.... mit welcher logischen begründung argumentiueren die arbeitgeber die unterschiede zwischen ost und west... ich weiß es nicht... vielleicht kann es mir eine/r von euch sagen?!

unterm strich sicherlich ein gutes ergebnis, für mich stellt sich die frage kämpfen (arbeitskampf ;))) oder akzeptieren??? durch streiks setzen wir alle erreichten ergebnisse aufs spiel, die andere seite ist, sollten wir nicht endlich durchsetzen das wir alle die selbe wochenarbeitszeit haben und dafür das selbe geld bekommen??? ist es nicht endlich zeit für die wiedervereinigung??? ich befinde mich momentan im zweifel ob ich das ergebnis so akzeptieren kann... diese unterschiede die zwischen ost und west gemacht werden können doch so nicht weiter akzeptiert werden... ist ja auch eine grundsatzfrage!!! trotzdem ist das erreichte aufs entgelt an sich bezogen, zufriedenstellend. danke nochmal für das engagement aller die sich beteiligt haben, ob an verhandlungen oder aktionen!!!!

solidarität ist nicht nur ein wort!!!!!!


Frederick am 1. April 2008

Guten Tag,

vielen vielen Dank an die Verhandlungsführer, für uns Niedersachsen bedeutet dieser Abschluß real 50 Euro + 3,1% und eine Arbeitszeitverringerung. Für uns fällt der Sonderregelung 24. und 31.12. wieder weg.


Yvonne am 1. April 2008

Da wir mit Streik noch keinerlei Erfahrungen haben bin ich irgendwie erleichtert, das ein einigermaßen annehmbares Ergebnis zustande gekommen ist. Ich hätte mir gewünscht, das es für Ost und West keine Unterschiede mehr gibt. Mein Dank an die Verhandlungsführer, ihr habt das beste erreicht.


Mike am 1. April 2008

Ich möchte mich für den zeitnahen und ausführlichen Informationsfluss bei Dir, lieber Timo, bedanken.
Butter bei die Fische:
Als verdi-Mitglied könnte ich diesen erzielten Kompromiss nicht annehmen. Ganz recht, ich bin kein verdi-Mitglied und werde es auch bleiben.
Des einen Freud, des anderen Leid:
Als Niedersachse würde ich wiederum mit ja stimmen, denn so viel Geschenke mit einer Tarifverhandlung wird es nie wieder geben.
Bei den KollegInnen aus den "neuen Bundesländern" (so neu sind sind sie ja nun auch nicht mehr) müsste auch ein "NEIN" erschallen. Zwar trifft hier Erhöhung der Arbeitszeit nicht zu, aber ich wehre mich mit Händen und Füßen dagegen, über so viele Jahre als Mensch mit anscheinender Arbeitsleistung zweiter Klasse abgestempelt zu werden. Wer ist eine Organisation, dass sie so etwas über so viele Jahre duldet. Oder habe ich vielleicht etwas verpasst, dass im Osten keine qualifizierte Arbeit erfolgt? Die KollegInnen im Osten leisten mehr (zeitlich) als wir im Westen und dafür bekommen Sie verständlicher Weise natürlich weniger Geld. Jeder "Wessi" der das Okay findet, sollte doch freiwillig mit jemandem aus dem Osten tauschen. Als Sparkässler aus NRW kann es nur ein "NEIN" bedeuten. 50 Euro Sockel: Okay! 3,1% für 2008: Okay! Einmalzahlung und 2,8% für 2009: Okay! Hierbei kann es sich neben einem Inflationsausgleich aber auch nur um eine marginale Wiedergutmachung der in den letzten Jahren erfolgten Abschlüsse handeln. Endlich bekommen auch wir mal mehr Geld und zum Dank soll ich 1,3% für lau arbeiten?
Media Markt titelte mal "Lasst Euch nicht verarschen, vor allem nicht beim Preis!" Mir ist der zu zahlende Preis für diesen Abschluss zu hoch, es geht nicht um Minuten, Stunden oder drei Tage mehr im Jahr (manchmal gehe ich auch gern zur Arbeit), sondern es geht einzig und allein ums Prinzip.
Und liebe(r) Fibi: "Streichung der SSZ für die Nichtorganisierten zum Wachwerden":
Dank der "Organisierten" haben sich die Arbeitgeber doch bereits bei der SSZ ins Fäustchen gelacht. Statt 14 Gehälter für alle und der bis dato üblichen zusätzlichen Zahlung von Erfolgsbestandteilen müssen Sie jetzt nur max. 14 Gehälter(je nach Unternehmens- und persönlicher Zielerreichung)zahlen. Die sonst gezahlte zusätzliche Erfolgskomponente verschwand stillschweigend in irgendwelchen Töpfen.
Und wenn Du dann noch einen fähigen Personalrat hast, der sich bei der Festlegung des Unternehmensziels was aufdrücken lässt, was nicht identisch ist mit den Erfolgsvorgaben für den Vorstand (so dass wirklich mal ALLE an einem Strang ziehen), fällt das Applaudieren schon mal schwer...


M.Zimmermann am 1. April 2008

Ein gutes Ergebnis, ob ein Streik mehr gebracht hätte ist fraglich.
Für Niedersachsen ist eine Arbeitszeitverkürzung herausgekommen, da die Vorfesttage wieder arbeitsfrei sind.
Die Sparkassenmitarbeiter haben gezeigt, dass auch sie bereit sind. Für die Verteidigung der SSZ müssen wir aber noch ne Schippe daruflegen


Karla am 1. April 2008

Mit dem ausgang der Tarifverhandlungen kann ich gut leben, wenn auch die West/Ost angleichung nicht bei allen Bausteinen erreicht ist. Auf jeden Fall bleiben uns vorerst weitere Kampfmaßnahmen erspart. Erfreut bin ich auch darüber, dass man die Azubis nicht vergessen hat.
Ein ganz dickes Lob geht an die Verhandlungsführer sowie an Timo Tarif für die zeitnahe Berichterstattung.


Andre am 1. April 2008

Ich schließe mich der Meinung von Detlef Hartmann. Das ist noch nichteinmal der Inflationsausgleich!!!!

Nicht zu fassen.


Iris Koch am 1. April 2008

Mike,
Du solltest Dir in einer ruhigen Minute mal genau durchlesen,was Du hier von Dir gegeben hast!
Meinst Du wirklich, Du hättest das Recht, über den ver.di-Abschluß zu urteilen/richten?
Was hast Du denn überhaupt dazugetan, um ein für Dich/uns allen akzeptabeles Ergebnis zu erreichen?
Wahrscheinlich nichts!!!!
Kritik finde ich vom Prinzip her o.k.
Aber nicht so, wie Du es hier als
"Bananenfresser" betreibst.
Die verdianer haben mit ihrer Teilnahme an den Warnstreiks erst erzwungen und möglich gemacht, daß sich die Arbeitgeberseite überhaupt in unsere Richtung bewegt hat, weil sie sich vorstellen konnten, was erst bei einem richtigen,langandauernden Streik in unserer Republik losgewesen wäre.
Du hättest Dich auch als Nicht-verdianer in Deiner Freizeit für die Tarifforderungen einbringen können!!
Hast Du das gemacht?
Wahrscheinlich auch wieder - nein!!!
Wenn Dir der Tarifabschluß nicht passt, o.k.,dann engagiere Dich in ver.di.
Nur so geht es. Tariffragen sind und bleiben Machtfragen.
Einen guten Rat gebe ich Dir noch für die nächsten Personalratswahlen mit.
Lass Dich aufstellen, dann kannst Du etwas mit bewegen, nur meckern auf Deinen bestehenden Personalrat, was bringt Dir das?
Zeig Verantwortung und stell Dich dem Thema.


Ulrike Grüner am 1. April 2008

Ich kann mit dem geschlossenen Kompromiss gut leben – auch wenn nun bei uns in Bayern die Arbeitszeit wieder um eine ½ Stunde erhöht wird. Aus meiner Sicht – bei den aktuellen Arbeitslosenzahlen – der falsche Weg, denn die längeren Arbeitszeiten in den anderen Bundesländern müssten reduziert werden. Aber welcher Weg bei den Verhandlungen gegangen wird, liegt leider nicht an ver.di allein! Die meisten Sparkassen können sich den ausgehandelten Tarifabschluss „leisten“; insbesondere da wieder die größtenteils nicht organisierten Angestellten der oberen Entgeltgruppen den Löwenanteil am Kuchen erhalten. Ich bin aus diesem Grund für die Kollegen der unteren Lohngruppen wirklich froh, dass zumindest ein Sockelbetrag von € 50,00 durchsetzbar war. Dies ist für mich ein Schritt in die richtige Richtung, genauso, dass die Lohnerhöhung in 2009 für Ost und West gleichzeitig umgesetzt wird, Sehr froh bin ich auch, dass das Leistungsentgelt nicht aufgestockt wird, da in meiner Sparkasse jetzt bereits im 3. Jahr die SSZ mit „individuellen, wohlwollenden Zielvereinbarungen“ umgesetzt wird.
Im Vergleich zu dem in der letzten Woche veröffentlichten Schlichterspruch bin ich der Meinung, dass unsere ver.di Verhandlungskommission bei dem letzten Treffen sehr gute Arbeit geleistet hat. Hierfür meinen herzlichen Dank! Allerdings bin ich auch sehr stolz, dass wir als Würzburger Sparkässler zusammen mit den Kollegen aus Schweinfurt und Bad Kissingen [als einzige in Bayern :-)] einen Warnstreiktag durchgeführt haben. Danke hier besonders an Reinhold Schömig und den weiteren MitarbeiterInnen des Würzburger ver.di-Büros für das Vertrauen in uns und die tatkräftige Unterstützung.
In der jetzigen Tarifrunde war aus meiner Sicht nicht mehr zu erreichen. Aber es liegt nur an uns, ob wir bei den nächsten Tarifverhandlungen wieder für unsere Interessen und unser Geld auf die Straße gehen und hierdurch ver.di bei den Verhandlungen stärken. Es ist auch für einen Sparkässler nicht „ungezogen“ wenn man seine Grundrechte nutzt – hier haben wir aus meiner Sicht gerade in Bayern noch großen Lernbedarf! Aller Anfang ist schwer, aber es kann nur noch besser werden.


Sigrid am 1. April 2008

meine Hochachtung den Verdi-Verhandlungsführern für den Marathon. Doch als altes Gewerkschaftsmitglied kann ich diese 2-Klassen-Ergebnisse nicht nachvollziehen. Es kann doch nicht sein, daß fast 18 Jahre nach der Wiedervereinigung immer noch unterschiedliche Festlegungen für Ost und West getroffen werden, für ein und den selben Arbeitsplatz. Sollen wir alle im Westen arbeiten gehen? Über die Höhe der Gehaltserhöhungen erlaube ich mir kein Urteil, aber die unterschiedliche Einführung in Ost und West sowie ab Lohngruppe 10 ist für mich nicht akzeptabel. Auch die bequeme Mitnahme der Tarifergebnisse durch alle Nichtverdianer ist nicht einzusehen.
Ich muß mir sehr genau überlegen, ob ich auch künftig mtl. 1 % abführe, wofür?
Ich lehne das Ergebnis der Verhandlungen in dieser Form ab.



Kalle am 2. April 2008

Ich teile die Meinung mit der Kollegin Ulrike Grüner und will daher keine Wiederholung schreiben. Nur zwei Hinweise an alle Vergesslichen und Nichtmitglieder:
1. Mehr war nicht drin, denn es ging (leider)nicht nur um die gut verdienenden Sparkassen. 2. Natürlich mus der Tarif "Ost" weg. Die Zwei-Klassen-Gesellschaft muss endlich aufhören.
Beibt aber noch die Frage an Marc aus GF/WOB: Warum müssen wir (verdi-Mitglieder) für die Verteidigung der SSZ noch ne Schippe drauflegen? Das SSZ-System wurde leider nicht in allen Häusern tarifgetreu installiert und wir sollten - aufgrund der -kurzen Laufzeit - die wachsenden Erkenntnisse erst einmal abwarten.


steffen am 2. April 2008

meine meinung teil 2: ;))

wie oben schon einmal von mir gesagt, finanziell war nicht mehr drin, da können wir wirklich ganz zufrieden sein. die frage ist aber durch wieviele tarifverhandlungen wir den "tarif ost" noch akzeptieren/mitschleppen müssen, wann ist denn die zeit gekommen dass wir auch dafür auf die straßen gehen und streiken. glaubt ihr das in 2 jahren das ergebnis ein anderes ist? ich denke irgendwann müssen wir halt auch dafür streiten!! die abwägungsfrage bleibt: alles aufs spiel setzen aber für ein gerechteres ergebnis kämpfen oder annehmen und die spaltung weiter hinnehmen?!


Kalle am 2. April 2008

Nochmals zum Tarif "Ost"
Der Grundfehler war - wie so oft bei ersten Verhandlungen - dass man im Vertrauen (auf wen oder was?)einen Ost-Tarif überhaupt installiert hat.
Das war leider ein kapitaler Geburtsfehler und solche entwickeln sich - bekanntlich - hinterher oft zu den größten Problemen.


Cordelia am 2. April 2008

Als erstes möchte ich hier all jenen danken, die sich für uns alle die Tage und Nächte um die Ohren geschlagen haben.
Ich finde das Ergebnis durchaus i.O, auch als "Ossi". Sicherlich ist es nicht mehr zeitgemäß eine Ost-West-Trennung vorzunehmen.
Leider muss ich aber auch sagen, gemessen an den miserablen Mitgliederzahlen und den zahlreichen "Bananenklauern", die noch Stimmung gegen die Gewerkschaft machen (das Geld aber sehr gern nehmen!!!), sollten wir absolut zufrieden sein mit diesem Ergebnis.
Schade eben, dass alle davon profitieren.


Angela am 3. April 2008

Cordelia bezeichnet treffend was viele denken.Es ist also noch viel zu tun, um die Köpfe der "Bananenklauer" zu überzeugen.Dies ist um so schwerer, wenn es beim Lohn keine Unterschiede gibt.
Die 2. Baustelle-Ost-West-Trennung ist nach allen Meinungen die ich gehört habe, die, die alle beseitigt haben wollen.Das ist dann auch wie eine Lohnerhöhung.
Mit einheitlichem Tarif sind die Gewerkschafter auch eine Einheit und eine stärkere Macht.Unterschiede lenken vom Wesentlichen ab, sind der Grund einiger Kollegen Nichtmitglied zu bleiben und unsere Forderungen sehen damit immer riesig aus.


Kalle am 3. April 2008

Liebe Kolleginnen und Kollegen, ein weiteres "Problem" für verdi und alle Betroffenen war und ist die mangelhafte Information, die seitens der Medien über die Tarifverhandlungen und den Tarifabschluss erfolgt(e). Was da und wie oft falsch dargestellt und/oder falsch gerechnet wurde, ging/geht auf keine Kuhhaut! Bereits nach dem Schlichterspruch wurden lfd. keine pro anno-Prozentsätze sondern lediglich das Angebot von "6 Prozent mehr" mitgeteilt. Die Arbeitszeitverlängerung wurde schlicht vergessen!!!
Auch nach dem Abschluss wurden Kommentare über "8 Prozent mehr" seitens des Arbeitebervertreters Hundt und von Gleichgestellten unkorrigiert in die Bevölkerung gesendet. Liebe Kollegen von Verdi: Nach der Abstimmung muss auch hierzu eine deutliche Antwort über die Ticker laufen, sonst bleiben nur die zu zahlenden Prozentssätze im Raum und in den Köpfen der Bevölkerung. Geblieben ist der Osttarif und die Folgen der Arbeitszeitverlängerung werden sich noch zeigen.


steffen am 3. April 2008

da kann ich nur bei pflichten kalle...

gestern hat der lüneburger bürgermeister bei rtl im interview verlauten lassen das die kindergartenplätze in seiner kommune teurer werden, "die erzieherinnen sollten doch den eltern erklären das sie mehr gehalt bekommen und die eltern mehr dafür zahlen müssen..." der bürgermeister dürfte keine stimme mehr bekommen, so eine äüßerung find ich wirklich unfassbar und das von einem bürgermeister aus einer partei wo das wort sozial drin vorkommt ungeheuerlich!!! das ver.di an allem schuld sein soll-so ein unsinn, die wollen wieder mal die gewerkschaften als böse buben da stehen lassen...und tragen alle erhöungen mit diesem falschen alibi auf dem rücken der bürger aus....


Tobi XXXII am 3. April 2008

Für mich ist das Ergebnis wieder ein Grund kein Gewerkschaftsmitglied zu werden.

Seit 2004 hat sich mein Nettoeinkommen stetig reduziert (Wegfall freiwilliger sozialer Leistungen, Erhöhung von Sozialversicherungsbeiträgen, ...). Das erzielte Ergebnis macht diesen Einkommensverlust noch nicht einmal wieder weg. Hinzu kommt noch die Inflation (vor allem im Energiesektor), die meinen Reallohn weiter sinken lässt.

Für mich also wieder ein schlechtes Ergebnis. Ich denke, man hätte die gute Streikstimmung ausnutzen müssen. Ich hätte mir auch frei genommen, um da mitzumachen. Und meiner Meinung nach ist die Kluft zu den Banken doch noch größer geworden. Oder täusche ich mich da?


sigrid. a am 3. April 2008

ja toll, kein gewerkschaftsmitglied aber unzufrieden. warum gehen denn arbeitgeber so mit den leuten um? weil sie wissen wie die denke der arbeitnehmer ist.nämlich genau so wie von tobi beschrieben, und wenn man dann bock hat spielt man ein bißchen mit und meint so jetzt muß aber ganz viel für mich dabei rumkommen. so funktioniert es nicht, man muß flagge zeigen, und sich solidarisieren,aber nicht nur wenn man mehr kohle möchte, sondern auf dauer. dazu braucht man eine starke gewerkschaft. also eintreten. viel spaß dabei es lohnt sich.


Marko W. am 3. April 2008

Nun ja,
Begeisterung kommt bei mir nicht so wirklich auf. Verdi hat einige honigbetröpfelte Kröten geschluckt. Inflationsbereinigt auf 24 Monate haben wir eine Lohnerhöhung von ca. 1,9%. Okay. Die Arbeitszeitverlängerung ... da ja die Arbeit selbst nicht mehr wird, kann es ja perspektivisch nur einen Arbeitsplatzabbau zur Folge haben... und, liebe Mitteldeutsche: Arbeitszeiterhöhungen für uns sind nicht vom Tisch... nur verschoben! Es gab eine weitere Aufsplittung und Differenzierung im TVöD - Die gemeinsame Kampfkraft geht damit immer mehr verloren. Und: 24 Monate Laufzeit. Damit ist es der Arbeitgeberseite gelungen, einen Streik im Bundestagswahljahr 2009 zuverhindern - damit haben wir ein enormes Druckmittel aus der Hand gegeben. Für uns
Sparkässler besonders ärgerlich, hätten wir das doch gleich mit unserer SSZ-Sache koppeln können. So stehen wir dann ziemlich allein...
Gut, es ist nicht schlecht was rauskam... aber ich denke es wurde einiges unnötig verschenkt. Schade auch deshalb, weil die Bevölkerung noch in der nötigen Stimmung war ... das kann das nächste Mal anders sein. Auch von meiner Seite ein herzliches Dankeschön an alle Beteiligten, ich freue mich auf's nächste Mal -

P.S.: Gruß an Uli aus Jena! ;-) von Peter


Markus Bott am 4. April 2008

Hallo Marko XXXII

Du beklagst Dich darüber, dass sich Dein Nettoeinkommen stetig reduziert hätte. Und Du sagst es ja sogar selbst "durch Wegfall von FREIWILLIGEN sozialen Leistungen". Ach sieh an !!! Genau deshalb brauchen wir Tarifverträge und organisierte Kolleginnen und Kollegen damit wir eben NICHT auf freiwillige Dinge angewiesen sind. Wir wollen
saubere Regelungen und nicht bei den Arbeitgebern betteln gehen.
Deshalb müssen wir abhängig Beschäftigte uns organisieren und wenn nötig auch auf die Strasse gehen um unseren Forderungen Nachdruck zu verleihen.

Bisher hast Du ja als Nicht-Gewerkschaftsmitglied vom Einsatz der verdianer "für lau" profitiert. Deshalb gib Dir nen Ruck - eintreten, mitmachen und beim
nächsten Mal auch aktiv dabei sein - wir brauchen mehr engagierte Kolleginnen und Kollegen - und die nächste Tarifrunde kommt
schneller als gedacht !!! (Gilt auch für alle anderen noch nicht aktiven Kolleginnen und Kollegen).

Vielen Dank an dieser Stelle an alle Kolleginnen und Kollegen - hauptamtlich und
ehrenamtlich und alle Mitglieder und Nichtmitglieder die die Tarifauseinandersetzung aktiv begleitet haben . Egal ob in Verhandlungen oder lautstark auf der Strasse - es macht Mut und wir werden besser.
Viele Grüße aus dem Schwoba-Ländle
Markus


Markus Bott am 4. April 2008

Sorry Fehlerteufel, es muss natürlich
TOBI XXXII heißen.

T'schuldige Marko.


Alex am 6. April 2008

Ich übertreibe wohl kaum, wenn ich den erreichten Tarifabschluss als einen der besten in der Geschichte für uns Sparkassenangestellten einstufe.

Vor allem ist es gelungen, nun ab 01.04.2008 keinen Unterschied in den Tabellenentgelten zwischen Ost und West mehr zu finden. Ein großartiger Erfolg, von welchem leider einige meiner OstkollegInnen nicht mehr profitieren können, da diese längst überfällige Angleichung im Jahr 19 nach der Wiedervereinigung sehr spät kommt.

Ich bin mir sicher, dass heute in den sächsichen Sparkassen inhaltlich und fachlich keine anderen Themen am Markt (u.a. Konkurrenz durch die Direktbanken und zunehmend konditionssensiblere Kunden) und im Stab (beispielsweise die Darlehensmigration und Einführung von FI/CO bei der FinanzIT; ständige Änderungen in der Steuerrechtssprechung) oder im Betrieb (u.a. Abgeltungssteuer) bearbeitet und gelöst werden, wie bei einer Sparkasse in Niedersachsen.

Einzig die westgeführte Diskussion zur Arbeitszeit kann ich nicht nachvollziehen; haben doch die Ostler schon immer 40 Stunden und mehr) in den Jahren seit 1990 gearbeitet. Dies ist aber nur die eine Seite der Medaille. Bedenken wir aber auch, dass ein Großteil unserer Kollegen heute ohnehin nur Teilzeit arbeitet. Ich möchte dieses Thema nicht weiter "anheizen"; sondern nur zum Überdenken geben. Anschließen hieran würde sich die Frage, ob eine gesamtdeutsche Arbeitszeitreduzierung auf besispielsweise 38 Stunden wirklich zu mehr Arbeitsplätzen in unseren Kassen führen würde. Ich meine eher nein.

Ich bin Stolz, Mitglied bei verdi zu sein und werde mit einem JA für den Abschluss stimmen.