Katze aus dem Sack!
Genossenschaftsbanken wollen massive Verschlechterungen!
In einem Interview mit der Zeitschrift Geno-Graph bekennt Axel Lekies, Verhandlungsführer des AVR, des Arbeitgeberverbandes der Volks- und Raiffeisenbanken, Farbe. Er verkündet die Verschlechterung der Bezahlung der Beschäftigten in den Marktfolge- oder Marktservice-Einheiten als Ziel. Darüber hinaus will er die Schutzmechanismen für über 50-jährige im Tarifvertrag schleifen! Die Erfüllungsgehilfen des AVR stehen bereit! DBV und DHV sind – nach eigener Aussage(!) – bereit, über diese Punkte zu beraten! Und das ohne mit Ihnen, den Beschäftigten der Genossenschaftsbanken, Rücksprache zu nehmen! Hinter Ihrem Rücken soll der Tarifvertrag erneut deutlich verschlechtert werden! Wenn Sie sich den Schutz eines fairen und angemessenen Tarifvertrages sichern wollen, werden Sie ver.di-Mitglied! Bereits am 30. September will der AVR den neuen Tarifvertrag unterzeichnen!
Abgruppierungen in der Marktfolge geplant!
In dem Interview erklärt Lekies: „…ist zur Kenntnis zu nehmen, dass in der Produktionsbank zunehmend einfache, standardisierte Tätigkeiten ohne eigene Entscheidungskompetenz ausgeführt werden, bei denen auch ein Erfahrungszuwachs keine bedeutende Rolle mehr spielt. Die Preise, die der Bankentarif für diese Tätigkeiten heute vorsieht, haben sich deutlich vom Markt entfernt. … Wir arbeiten daran, die Arbeitsbedingungen in der Produktionsbank markt- und wettbewerbsfähig zu machen…“
Was das aus Sicht der Arbeitgeber bedeutet, ist aus verschiedenen Beispielen klar: Die Beschäftigten der Service-Zentren der Volksbank Paderborn-Höxter-Detmold, der VR Bank Westmünsterland und der Berliner Volksbank mussten bereits deutliche Verschlechterungen ihrer Einkommenssituation hinnehmen.
Verschlechterungen beim Schutz für Ältere
Aber leider nicht genug! Beschäftigte mit einem Alter von über 50 Jahren haben bisher in dem Manteltarifvertrag des genossenschaftlichen Bankgewerbes einen Schutz gegen Abgruppierungen. Sie genießen darüber hinaus einen Schutz vor betriebsbedingten Kündigungen. Diese Schutzbestimmungen wurden vor vielen Jahren eingeführt, weil Ältere kaum Chancen auf einen neuen Arbeitsplatz haben, wenn sie gekündigt werden, oder wegen einer verschlechterten Bezahlung den Arbeitgeber wechseln wollen! Mit dem Hinweis auf die Demografie, der Vielzahl der Beschäftigten über 50 Jahren, will der AVR von Herrn Lekies nun diese angebliche Bevorzugung schleifen! Dabei ist klar: Ein 50-Jähriger ist auch heute auf dem Arbeitsmarkt ohne Chancen!
Die willigen Helfer des AVR
Und das Schlimmste: der AVR hat Helfer gefunden, die sich willig vor den Karren spannen lassen! DBV und DHV stehen erneut bereit, massive Verschlechterungen zu Lasten der Beschäftigten in einen Tarifvertrag zu schreiben. Wir zitieren aus einer Information auf den Internetseiten des DBV: „Der DBV ist bereit, über Änderungen zu verhandeln…“ Wenige Zeilen vorher heißt es zur Erklärung: „Denn die Arbeitgeberseite hat eine Mitarbeitergruppe entdeckt, die nicht mehr in den heutigen Tarif passt…“ (Sie wollen das nachlesen: http://www.dbv-gewerkschaft.de/fileadmin/userupload/pdf/TarifinfoDBVGeno100910-02.pdf) Auf den Konjunktiv verzichten die Autoren! Akzeptieren sie also die Aussage des AVR? Wir befürchten, ja!
Erinnern Sie sich: Bereits 2008 hat der Tarifabschluss des AVR mit seinen Helfern die Variabilisierung der Gehälter in einer Höhe bis zu 14 % des Jahresgehaltes ermöglicht! Nach diesem Tarifabschluss können Ihnen zunächst fast zwei Monatsgehälter im Jahr abgezogen werden. Diese Gehälter, oder einen entsprechenden Bonus, erhalten Sie nur dann nachgezahlt, wenn Sie die vorgegebenen Ziele erfüllt oder übererfüllt haben!
Sie müssen sich schützen!
Denken Sie daran: ver.di hat einen gültigen, ungekündigten Manteltarifvertrag. Dieser Manteltarifvertrag schützt Ältere und regelt die Eingruppierung! Dieser MTV gilt für Sie allerdings nur, wenn Sie nachweisen können, dass Sie ver.di-Mitglied sind! Wenn Sie Ihre Arbeitsbedingungen sichern und erhalten wollen, dann machen Sie uns – ver.di – stärker. Werden Sie Mitglied bei ver.di und beteiligen Sie sich an unseren Aktionen. Zeigen Sie auch Ihrem Arbeitgeber: Bis hierhin und keinen Schritt weiter! Leider funktioniert Tarifpolitik meist nicht wie eine Versicherung. Sie bezahlen Geld und bekommen Schutz vor Schaden. Im Tarifgeschäft müssen Sie auch mittun. Denn das Tarifgeschehen ist halt auch eine Machtfrage.
Nur wenn die Vorstände der Genossenschaftsbanken erkennen, dass der Ärger in der eigenen Bank zu groß wird, dann werden sie auch die Interessen der Beschäftigten zur Kenntnis nehmen müssen.
Und denken Sie daran:
Bereits am 30. September will der AVR seinen neuen Tarifvertrag unterschreiben.
Also: tun wir es gemeinsam! Sichern wir die Arbeitsbedingungen bei den Genossenschaftsbanken!
Kommentare
die werden immer mit peanuts abgespeist und verdi feiert das jedesmal als grossen erfolg!
http://www.nw-news.de/owl/regionale_wirtschaft/6099781_Genossenschaftsbanken_trotzen_der_Finanzkrise.html
Offenbar geht es den Banken ja gut - wir sollten das auch zu spüren bekommen! Und liebe Verdi - wenn dafür auch mit der NAG sprechen muß - dann tut das !!!
Also ich bin in der Gewerkschaft ver.di, weil nur eine starke Gewerkschaft entsprechend in Verhandlungen eintreten kann. Und dies geht nur über eine hohe Anzahl an Mitgliedern. Ja, es kostet mich 1 % meines Bruttogehalts, doch muss man auch dazusagen, dass wir finanziell nun auch nicht sooooooooooo arm dran sind. Zudem führe ich mein Einkommen ebenfalls auf einen in der Vergangenheit gut ausgehandelten Tarifvertrag zurück.
Und über meinen Mitgliedsbeitrag gebe ich der Gewerkschaft dafür etwas zurück. In der Hoffnung, dass meine Beiträge gut eingesetzt werden und wir nun endlich auch mal wieder einen ordentlichen Abschluss erzielen.
Hauptsache, man lässt sich nicht mit "Peanuts" abspeisen, wie bei der letzten Tarifrunde.
Und sollten die Arbeitgeber nicht willig sein, so kann man sich mit den anderen Beschäftigungsgruppen solidarisch zeigen und legt einfach mal die Kreditindustrie mit einem Streik lahm. Im öffentlichen Dienst funktioniert ein Arbeitskampf doch schließlich auch. Da muss sich doch was machen lassen.
Das ist eine nicht logisch nachvollziehbare Aussage. Der Beitrag beträgt immer 1 % des Bruttolohns und steigt somit proportional zum Einkommen. Zudem kann man sich einen Teil dessen über die Einkommenssteuererklärung wiederholen.
Und das sich die Gewerkschaft für unseren Sektor nicht so lautstark einsetzen kann, liegt doch schlicht und ergreifend auch an der Tatsache, dass sich gerade so viele Tarifmitarbeiter offensichtlich für die Sache nicht interessieren, aber schön die Lorbeeren ernten wollen für die andere mitbezahlt für sie mitbezahlt haben.
Ist dann wohl die etwas andere Art zu schmarotzen.
Und das im öffentlichen Dienst gestreikt wird und damit auch die Kitas zubleiben geschieht wohl aus gutem Grund. Beneidenswert, dass das dort so gut funktioniert. Sollte man mal für ein bis zwei Wochen am Stück machen, wenn sich da nichts bewegt. Und eben an solche Aktionen sollte sich die Finanzbranche dann dranhängen. Darum geht es hier schließlich. Nur in der Gemeinschaft kann man was erreichen.
Zugucken und abwarten kann jeder. Mitmachen und aktiv was zu bewegen ist jedoch sinnvoller, als nur Leistungen abzufordern. Und selbst wenn es nur monetär erfolgt.
Zum Thema ob sich 1% des Bruttolohnes lohnen. Ich habe vor Jahren bei einer Erhöhung gesagt: ich bekomme mehr Geld, also gebe ich gern einen Teil davon an meine Gewerkschaft. Und außerdem gibt es ja auch Benefits wie zB die Arbeitsrechtschutzversicherung.
Außerdem macht Verdi Werbung genug, bei jeder Personalversammlung ist man dabei. Was verlangst Du denn? Stifte oder ähnliches?
Unsere Frau Merkel hat mal gesagt: wer nicht einer Gewerkschaft angehört ist selbst Schuld. Also beschwer dich nicht sondern trete ein und engagiere Dich. Wie wär es mit einer Werbeaktion. :-)
Frank Bsirske mit Aufsichtsratsbezügen von über 400.000 Euro unterstützen?
Seit die HBV in Verdi verschmolzen wurde, kommen keine Vernünftige Abschlüsse zu Stande.
Wie effektiv die kleineren Gewerkschaften arbeiten, konnte man an der GDL oder Pilotenvereinigung sehen.
Ausserdem hat sich Verdi hier bei uns die letzten 3 Jahre bei keiner Personalveranstaltung sehen lassen. Weder bei Betriebsversammlungen noch bei irgendwelchen anderen Dingen. Keine Schreiben von Verdi in die Bank ect.. Die gab es immerhin früher. Nicht Mitglieder sehen also von Verdi hier rein garnichts mehr. Ausser die Streiks in anderen Bereichen und Forderungen. Das Demutiviert. Ich denke das kannst du dir vorstellen.
Bisher hat hier der eigene Betriebsrat mehr für uns Mitarbeiter getan, was Gesundheitsschutz, Zahlendruck und Samstagsarbeit angeht als Verdi.Und das ist sogar hier schriftlich für 5 Jahre festgehalten. Warum schafft das ein kleiner Betriebsrat und nicht eine große Gewerkschaft. Ich denke wenn unser Betriebsrat auch um Gehälter verhandeln dürfte, dann würde auch mehr herauskommen. Das sehen wir an unseren AT-Mitarbeitern.
Ich denke wenn Verdi dieses Mal wieder nichts bringt wird die Flucht noch größer sein und ich werde mir das auch überlegen.
AT-Mitarbeiter sind nunmal in einer anderen Position und unterliegen dafür im Großteil auch anderen Restriktionen, als wir im Tarif.
Die ruhigeren Verhandlungen der kürzer zurückliegenden Vergangenheit, behaupte ich mal, liegt nicht zuletzt auch an dem Bild, welches die Finanzbranche nach außen geliefert hat. Gnadenlose Vertriebsexzesse, Volksverarsche und Abzocke. Da ist es manchmal ratsam ein wenig auf kleiner Flamme zu kochen.
Das sollte man eventuell im Rahmen von zentralen Veranstaltungen mal klar machen, dass dies nun wirklich nicht die Schuld der Mitarbeiter ist. Hier wird leider immer noch zu sehr alles über einen Kamm geschoren.
Aber so langsam dürfte sich dann auch mal einer der für uns zuständigen Interessenvertreter melden und zum Streik aufrufen.
Ich gebe Dir uneingeschränkt recht, dass es derzeit noch um einiges zu ruhig um unsere Tarifverhandlungen verläuft.





