"Die Mutter" bebt
Na, das war eine Stimmung. Am 18.6. befasste sich die Betriebsräte-Konferenz der DZ Bank in Fulda mit dem skandalösen AVR-Tarifabschluss. (Das obere Bild zeigt die TeilnehmerInnen) Die Versammlung beschloss einstimmig, sich mit dem nachfolgenden Text an den Vorstand zu wenden. Heute soll der Vorstandsvorsitzende Wolfgang Kirsch nach Fulda kommen und den Brief erhalten.
Ihr merkt: Es ist Stimmung im Laden!!! (Das untere Bild zeigt eine Aktion der Betriebsräte angelehnt an eine Werbekampagne von Akzent Invest, die sie bei Betriebsversammlungen einsetzen!) Resolution der Betriebsrätekonferenz am 18. / 19. Juni 2008 in Fulda
Tarifvertrag: JA
aber:
- Nicht dieser AVR/DBV/DHV-Billigabschluss und
- … nur mit ver.di
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Betriebsrätekonferenz sind tief enttäuscht und entsetzt darüber, dass der AVR einen Tarifabschluss mit zwei kaum verankerten Organisationen vorgenommen und die unbestreitbar dominierende Gewerkschaft der Angestellten im gesamten Bankgewerbe außen vor gelassen hat.
Die Höhe des „Gehaltsabschlusses“ festigt den seit Jahren stattfindenden Reallohnverlust der Angestellten in den Geno-Banken. Das kann vor dem Hintergrund der stark steigenden Preise nicht hingenommen werden. Wir haben schlichtweg mehr verdient!!!
Die Variabilisierung von Gehaltsbestandteilen über ein Gehalt hinaus ist unzumutbar. Die Möglichkeit das 13. Gehalt zu streichen, wenn eine Bank wirtschaftliche Probleme hat, ist ein weiterer Affront gegen die Beschäftigten. Tarifverträge haben noch kein Unternehmen in wirtschaftliche Schwierigkeiten gebracht.
Als Skandal empfinden wir, dass Bankangestellte (Neueinstellungen, Übernahme nach der Ausbildung) bei den möglichen flexiblen Gehaltsbestandteilen (bis zu knapp 2 Gehältern von den 13 Tarifgehältern) dem Schutz der Mitbestimmung durch den Betriebsrat entzogen wer-den. Allein diese Regelung zeigt, in welche Richtung sich AVR/DBV/DHV die Zukunft des Tarifvertrages vorstellen.
ver.di hat die Interessen der Angestellten in den Genossenschaftsbanken – u. a. nach nega-tiven Erfahrungen mit der Einführung von Leistungs- und Zielvorgaben – in der Tarifforderung aufgegriffen und im Sinne der Beschäftigten verhandelt. Sprich: Eine weitere Ausdehnung des Variabilisierungsrahmens zu Lasten unserer Tarifgehälter lehnen wir ab.
Das mit den Organisationen DBV und DHV ausgehandelte Werk ist ein Vertrag zu Lasten Dritter und belegt den Tiefpunkt der vom AVR seit Jahren betriebenen Politik gegen die Angestellten in den Genossenschaftsbanken. Der AVR bringt mit einem solchen Vorgehen den Ruf des gesamten Verbundes in Misskredit. Der Genossenschaftssektor benötigt keine drittklassigen Tarifverträge, sondern visionäre Manager, die die Zukunftschancen ergreifen.
Die Motivation der Beschäftigen wird die entscheidende Rolle dabei spielen, wer zukünftig erfolgreich am Markt bestehen wird. Zielvorgaben, Verkaufsdruck, ständig steigender Leistungsdruck bei seit Jahren fallenden Reallöhnen sind kein Zukunftsmodell.
„Faire Beratung“ ist die Zauberformel für eine erfolgreiche Zukunft!
„Faire Tarifverträge“ für die Angestellten in den Genossenschaftsbanken sind der Schlüssel zum Erfolg!
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Betriebsrätekonferenz akzeptieren den Billigabschluss von AVR/DBV/DHV nicht. Wir werden ver.di mit aller Kraft unterstützen und uns für einen Tarifabschluss einsetzen, der den Namen verdient.
Wir fordern den Vorstand, insbesondere den Vorstandsvorsitzenden Herrn Kirsch und den Arbeitsdirektor Herrn Merz, auf, sich von dem unseriösen Vorgehen des AVR zu distanzieren und sich für eine Wiederaufnahme der Verhandlungen mit ver.di einzu-setzen! Je länger es dauert, bis Verhandlungen mit ver.di aufgenommen werden, desto größer werden die Konflikte. Der Vorstand trägt die Verantwortung für die kommenden Maßnahmen.
Fulda, 18./19. Juni 2008
Skandalabschluss bei Geno-Banken – aber nicht von ver.di
Diese Nachricht traf uns wie ein Hammer. Ich saß im Zug von der Sitzung der Tarifkommission nach Hause, als uns diese Nachricht erreichte. (Hier übrigens ein Bild von der TK, die die Negativmeldung des Tages noch nicht kannte!)
Ja, liebe Kolleginnen, liebe Kollegen, es gibt einen Abschluss des AVR mit zwei Verbänden, DBV und DHV. Diese Verbände haben zwar kaum Mitglieder im genossenschaftlichen Bankensektor, aber der AVR will sie zu Gewerkschaften adeln.
Was sagt der Abschluss: Zunächst werden die „freiwilligen Anhebungen“ der Genobanken tarifiert: 2,3 % zum 1.8.06 und 2 % zum 1.8.07 Dann gibt es eine neue Anhebung zum 1.9.08 um 3 % und eine weiter um 2 % zum 1.11.09. Der Tarifvertrag läuft damit insgesamt 50 Monate, also vom 1.6.06 bis zum 31.7.2010.
Damit alle diesen „Abschluss“ auch richtig würdigen können: auf die Gesamtzeit von 50 Monaten berechnet ergibt sich ein wirkliche Erhöhung von 7,03 %. Wollen wir nur die Anhebung ab jetzt (also ab 1.6.08) berechnen, ergibt sich ein Wert von 3,56 %. Diese Berechnung erfolgte nach der auch von den Arbeitgebern akzeptierten sog. Westrick-Formel!
Entscheiden Sie selbst. 3,56 % für die kommenden zwei Jahre!!! Pro ja also unter 2 %, bei einer Inflationsrate von 3 %!
Aber es kommt noch schlimmer. Die beiden Verbände akzeptieren in dem Abschluss eine ertragsabhängige Variabilisierung des kompletten 13. Gehaltes und eine Ausweitung des Spielraumes der LEV im Vertrieb gestaffelt auf bis zu 14 % - also fast 2 Monatsgehälter. Alle Anhebungen dehnen den Variabilisierungsspielraum aus!
Damit setzen sich die beiden Verbände in Widerspruch zu den Beschäftigten in den Genossenschaftsbanken!
Und: Der AVR betont, dieser Tarifabschluss gelte für alle Beschäftigten der Genobanken. Wir stellen fest: ver.di-Mitglieder sind gegen die negativen Wirkung geschützt! Wer will, dass das 13. Gehalt garantiert ist, wer Wert darauf legt, dass nicht mehr als 8 % des Gehaltes variabilisiert werden können, muss ver.di-Mitglied sein! Unser Tarifvertrag gilt nur noch für unsere Mitglieder. Unorganisierte müssen den DHV/DBV-Vertrag gegen sich gelten lassen.
ver.di wird sich weiter für einen anständigen Tarifabschluss einsetzen. Wir wollen nicht, dass Betriebsräte und Beschäftigte unter Druck gesetzt werden können. Ggf. werden Vorstände unseren Mitgliedern die neuen, aber auch die alten („freiwilligen“) Anhebungen der Gehälter (von 2,3 und 2 %) nur gegen die weitergehende Variabilisierungen gewähren wollen. Dieser Erpressung kann nur dadurch begegnet werden, dass die Beschäftigten mit uns einen echten Tarifabschluss erkämpfen!
Deshalb: wehrt euch mit ver.di gegen dieses Papier!
Wer sich schon mal über die beiden Verbände informieren will, sollte den folgenden Link zu einem Bericht der Fernsehsendung REPORT zum DHV anklicken: Zur Sendung http://www.swr.de/report/-/id=233454/did=3220422/pv=video/gp1=3373422/nid=233454/162hohz/index.html
Lekies: Wir sind überfordert!
Das war die Schlussnachricht von Herrn Lekies, dem Verhandlungsführer der genossenschaftlichen Arbeitgeber an die ver.di-Verhandlungskommission. Die Arbeitgeberseite sah sich überfordert, ein konkretes Gehaltsangebot auf den Tisch zu legen, oder sonstwie positiv auf unsere Forderungen einzugehen. Kompromisslos hielten sie an ihren Forderungen nach einer Verdoppelung des Spielraumes bei der LEV auf 2 Monatsgehälter hinaus fest. Auch bei der ertragsbezogenen Variabilisierung geht bei ihnen nichts unter 8 %, also einem kompletten Monatsgehalt. Wo ver.di versuchte, Brücken zu bauen, blieben die Genossen stur! Dann brachen sie die Verhandlungen um einen eigenständigen Tarifvertrag ab! Sie haben uns noch nicht mal ein beziffertes Angebot vorgelegt.
Ja, was soll man dazu sagen? Die ver.di-Verhandlungskommission war enttäuscht! Aus unserer Sicht haben die Beschäftigten eine andere Behandlungsweise ihrer Anliegen verdient! Was haltet Ihr davon? Bitte sagt mir, was ihr davon haltet! Schreibt einfach einen Kommentar.
Wir werden morgen detailliert in unserer Tarifkommission beraten. Ich gehe davon aus, dass ich mich dann wieder melde und berichten kann, wie wir die Diskussion in die Banken tragen werden.
2 Jahre ohne Tarifabschluss sind genug!
Mir macht das Spaß. Es finden eine Menge Aktivitäten statt. Heute musste ich mich sputen. Erst war ich am Morgen in Frankfurt bei der Betriebsversammlung der DZ Bank, bei der es sehr zentral um die Tarifrunde ging. (Übrigens, wann ist Eure Betriebsversammlung dazu?) Und dann musste ich mich nach Hannover beamen, wo eine Protestaktion beim Genoverband Nord stattfand.
Der ver.di-Geno-Rat Niedersachsen hat eine „Neue Initiative für einen Gehaltsabschluss in den Genossenschaftsbanken“ ins Leben gerufen. Unter der Überschrift „2 Jahre ohne Gehaltstarifvertrag sind genug!“, wurde kurzfristig die Postkartenaktion „Arbeiten ohne Tarifabschluss ist wie Fußball ohne Regeln!“ gestartet
Ein erstes Signal der Genossenschaftsbankangestellten aus Hannover und Niedersachsen erreichte den AVR am Montag, den 2. Juni, um 12.30 Uhr. Mehr als 1.000 Angestellte von Volks- und Raiffeisenbanken haben die Postkarten der „Neuen Initiative“ innerhalb nur einer Woche unterzeichnet. Abordnungen aus den vier hannoverschen Geno-Banken (Hannoversche Volksbank, Sparda-Bank, Apotheker- und Ärztebank und DZ BANK) übergaben die Postkarten am Montag im Rahmen einer Protestveranstaltung direkt beim Genossenschaftsverband in Hannover.
Das Foto zeigt Christoph Meister (Landesfachbereichsleiter) und Rüdiger Beins (Tarifkommission) bei der Übergabe der Karten an Herr Schröder (Genossenschaftsverband). Die Kolleginnen und Kollegen aus der DZ Bank hatte ihre Karten optisch auffällig auf eine Perlenschnur gereiht.
Tarifaktionen laufen an
Hey Leute, das hat Spaß gemacht. Am Dienstag war ich in Hannover bei der DZ Bank. Die dortige Betriebsgruppe hat Unterschriften gesammelt für einen Tarifabschluss bei den Genossenschaftsbanken. Wie ich beobachten konnte, haben bis auf einen alle anderen Beschäftigten unterschrieben. Die Karten will die Betriebsgruppe – zusammen mit den Karten aus anderen Banken aus Hannover und Umgebung am 2. Juni dem AVR übergeben. In Hannover sitzt mit Herr Dargatz ein Mitglied der Verhandlungsdelegation beim Genoverband Nord!
Das Bild oben zeigt die Mitglieder der Betriebsgruppe DZ Hannover. Das Bild unten zeigt die Demonstration der Bayern am 28.5.
Die Oberbayern haben ihrem Verband bereits am Mittwoch einen Besuch abgestattet. Am Mittwoch waren ca. 80 Betriebsräte vor dem Haus des Genoverbandes Bayern und übergaben Herrn Althanns eine Resolution für einen Tarifabschluss bei den Genossenschaftsbanken. Gute Stimmung herrschte und allen war klar, dass es am 4. Juni bei der nächsten Verhandlungsrunde zu einem Abschluss kommen sollte. Ansonsten müsse man sich eben wieder treffen. Und dann noch ein paar Leute mehr mitbringen!
Und bitte denk dran: Wenn Ihr bei Euch was macht, informiert mich. Ich berichte hier sehr gerne!
Hier unten kannst du dir die Vorderseite der Karte runterladen!
NsB 080429 Postkarte Initiative.pdf





