Über uns lacht die Sonne...
Es war warm, die Sonne schien, die Stimmung war riesig. Heute morgen vor der Volksbank Herrenberg-Rottenburg, der Volksbank, die den Verhandlungsführer für das genossenschaftliche Bankgewerbe stellt. Über 200 streikende Volksbanker haben sich in der beschaulichen „großen Kreisstadt“ Herrenberg versammelt und sind laut.
Sie machen sich Luft und geben ihrer Enttäuschung darüber Ausdruck, dass der AVR, der Arbeitgeberverband der Volks- und Raiffeisenbanken, mit zwei Mini-Verbänden einen Tarifvertrag zu Lasten der Beschäftigten abschließt. Die Streikenden pfeifen und zeigen die rote Karte, weil sie es nicht zulassen wollen, dass ihr Gehalt zu 14 % variabilisiert werden kann.
Und ihre Wut ist berechtigt. Denn welche/r Beschäftigte kann es sich denn erlauben, von dem Gehalt auch noch 14 % abzugeben, wenn die Zielvorgaben nicht erfüllt werden und deshalb nicht nur keine Prämie gezahlt wird, sondern dieser Tarifvertrag des AVR tatsächlich ins Fleisch schneidet.
Ich habe von den beteiligten Bankern aus Karlsruhe von der BB Bank und von den Volksbankern aus Wiesloch und aus Hohenlohe sowie von anderen gehört, dass diese Aktion Mut gemacht hat.
„Auch die Ulmer Volksbank durfte heute erfahren, dass ihre Beschäftigten wissen, was sie wert sind.“ berichtete mir Ilka Ulrich, die zuständige Gewerkschaftssekretärin.
Der Warnstreik hat für die Ulmer Volksbank zu erheblichen Schwierigkeiten im Service geführt. So waren heute zehn Zweigstellen vollständig geschlossen, weitere nur mit wenig Personal besetzt. Dazu musste die Schalterhalle der Hauptstelle am Olgaplatz geschlossen werden, so dass Kunden nur bis in den Service–Bereich mit den Geldautomaten kamen. Der Geldtransporter musste gar unverrichteter Dinge wieder abfahren, da die für den Geldeingang zuständige Beschäftigte ebenfalls dem Streikaufruf von ver.di folgte. Und auch der Betriebsablauf dürfte erheblich gestört sein, da die IT–Abteilung vollständig in den Ausstand trat.
Ich denke, wir werden bald mehr zu berichten haben. Aus Baden-Württemberg und dem Rest Deutschlands.
Und dann lacht nicht nur die Sonne über uns, sondern die Welt über die Arbeitgeber!
Die Mäuse müssen stimmen!
Das war ein Krach! Am gestrigen Donnerstag in Frankfurt. Vom Kaiserplatz aus zogen rund 600 Menschen mit Trillerpfeifen durch die Stadt, eskortiert von Polizeimotorrädern und Streifenwagen. Die Beschäftigten von Deutscher Bank, Dresdner Bank, Commerzbank und den Sparkassen machten fleißig Gebrauch von den Trillerpfeifen, die wir bei der Kundgebung vom Lastwagen aus verteilt hatten. Die Beschäftigten demonstrierten für mehr Lohn.
Auf Transparenten und T-Shirts formulierten die Streikenden ihren Unmut: „Die Mäuse müssen stimmen!“ oder „Auch Dresdner Banker wollen sichere Arbeitsplätze“ hieß es da. Auf einem anderen Transparent stand: „Wein trinken und Wasser predigen: mit uns nicht!“.
Ich bin mir sicher, das haben die Bankvorstände in Ihren hohen Türmen gehört!
Warnstreik im Ländle
500 Beschäftigte der Wüstenrot Bausparkasse und Bank gingen heute morgen in Ludwigsburg auf die Straße, um ihrer Forderung nach deutlicher Gehaltsanhebung Ausdruck zu verleihen. Auch hier wird die von den Arbeitgebern geforderte weitgehende Variabilisierung der Gehälter abgelehnt. Stattdessen wollen die Beschäftigten Sicherheit am Arbeitsplatz. Betriebsbedingte Kündigungen müssen ausgeschlossen werden!
Bei schönstem Sonnenschein machten sich die Beschäftigten auf die Demonstrationsroute. Weithin hallten die Trillenpfeifen!
„Wir wollen am 22.7. bei der nächsten Verhandlungsrunde endlich ein Angebot“, sagte mir eine Teilnehmerin.
Wir besuchen ein Arbeitgeber-Seminar
Flugblattaktion vor der Akademie badischer Volks- und Raiffeisenbanken in Karlsruhe
Hallo Leute,
gestern (09.07.) fand eine Infoveranstaltung für Vorstände und Personalverantwortliche der badischen Genossenschaftsbanken zum Tarifabschluss des AVR in der Akademie in Karlsruhe statt. Referent der Veranstaltung war Herr Fauser-Leiensetter. Er ist Mitglied der Verhandlungs-kommission des AVR.
Diese Gelegenheit haben hauptamtliche und ehrenamtliche ver.di Kollegen aus den umliegenden Bezirken genutzt, um vor Beginn der Veranstaltung Flugblätter vor dem Akademiegelände zu verteilen. Sie haben damit auf die durch diesen Tarifabschluss entstehende Unruhe unter den genossenschaftlichen Bankbeschäftigten aufmerksam gemacht. Ebenso haben sie durch ein ver.di-Banner die Aufmerksamkeit der Akdademiebesucher auf sich gelenkt (siehe Foto).
Sicherlich werden auch in eueren Bezirken Schulungen des Verbandes zu dessen Tarifabschluss mit den Verbänden DHV und DBV seitens des AVR angeboten. Es wäre toll, wenn auch dort mit ähnlichen Aktionen auf den Unmut in den Genossenschafts-banken hingewiesen werden könnte!
Lasst mich von eueren Aktivitäten erfahren! Gerne berichte ich auch darüber hier auf dieser Seite.
Wer bremst sie???
Wer bremst die Arbeitgeber in ihren maßlosen Ansprüchen?
Sie wollen, dass wir
• die Variabilisierung der Gehälter ausweiten (vor ein paar Jahren wollten sie 35 %)
• die Freiwilligkeit der LEV-Regelung streichen
• die Ausschüttungsgarantie des LEV-Topfes streichen
• die Berufsjahressprünge von der Kundenzufriedenheit und vom Vertriebserfolg abhängig machen.
Dafür sollen wir
• akzeptieren, dass es keinen Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen gibt
• akzeptieren, dass es keine verbindlichen Tarifregelungen zum Gesundheitsschutz und zur Altersversorgung gibt.
Und obendrein der Hammer: Ein Angebot zur Gehaltsanhebung gibt es nicht! Jedenfalls nicht, bevor ver.di auf die vier Kernpunkte zur Variabilisierung (siehe oben) der Arbeitgeber eingeht und sie akzeptiert.
Natürlich wurden viele Argumente ausgetauscht! Aber entscheidend war für mich ein Argument, das die Arbeitgeber auf den Tisch packten: „Mitte 2007 haben sich die Rahmenbedingungen entscheidend verändert!“, erklärten sie. Das bedeutet doch im Klartext, dass die Beschäftigten im Bankgewerbe die Suppe „Subprime-Finanzkrise“ auslöffeln sollen, die ihnen unfähige Manager eingebrockt haben!
Und: „Der Privatkundenmarkt im Bankgewerbe wird um 1,7 % wachsen und alles was im Abschluss darüber hinaus geht, gefährdet Arbeitsplätze!“
Hey Leute, dazu fällt mir nichts mehr ein!
In der ver.di-Verhandlungskommission war klar, dass wir die vier Punkte, die die Arbeitgeber ultimativ von uns fordern, nicht akzeptieren können. Weil sie ein Irrweg sind und weil die Beschäftigten im Bankgewerbe, uns in unseren Umfragen anderes mit auf den Weg gegeben haben.
Wenn also jemand die Arbeitgeber stoppen kann, dann sind das die Belegschaften in den Banken. Deshalb gilt es bereits jetzt, den Arbeitgebern deutlich zu machen, dass eine Ausweitung der LEV-Regelungen nicht in Frage kommt. Es muss klar, dass das nicht nur ein paar abgehobene Gewerkschafter gegen die Ausweitung der LEV sind, sondern dass die Belegschaften das wollen!
Es ist jetzt an Ihnen!





