Freitag 3. September 2010

Vertreterversammlung besucht

Am 2. September fand die Vertreter-Versammlung der Volksbank Solling statt.

Aber was war das? Da wurden die Vertreter von der Belegschaft mit Transparenten begrüßt. Der Protest der Beschäftigten zur Tarifsituation wurde also in die Vertreterschaft hineingetragen. Trotz Regen haben die Kunden unsere Aktion sehr zustimmend aufgenommen.

Ich denke, das war nicht die letzte Aktion im Solling und in Niedersachen!

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Montag 23. August 2010

Das Ruhrgebiet in Bewegung

Am 19. August war ich in Gelsenkirchen-Buer. Dort sitzt die Volksbank Ruhr-Mitte, mit Ihren Vorstandsvorsitzenden Dr. Peter Bottermann. Da hatten sich Beschäftigte der Genobanken mit großen Zeitungen auf die Straße gesetzt. Ganz viele Passanten schauten über die Schulter und sprachen uns auch an! Sogar der Aufsichtsratsvorsitzende kam vorbei und wurde selbstverständlich informiert.

Gut, dass auch das Wetter mitspielte. So konnten wir gut über unseren Streit mit den Genossenschaftsbanken aufklären. Auch innerhalb der Bank sorgte unsere Aktion in der Mittagszeit für erhebliches Aufsehen. Selbst im Aufsichtsrat wurden anschließend Fragen an den Vorstand gestellt. Merkwürdig: der Vorstandsvorsitzende der Bank spielt seine eigene Rolle mächtig runter, obwohl er doch Mitglied der Verhandlungskommission des AVR ist und bei allen wichtigen Verhandlungen und Entscheidungen dabei war.

Und besonders schön: allen Beteiligten hat es Spaß gemacht! Sag mir deshalb wann ich was aus deiner Stadt, aus deiner Bank berichten kann!

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Dienstag 17. August 2010

„Wer auf gelb setzt, macht uns sauer“

Protestaktion „High Noon“ vor der DZ BANK in Frankfurt/Main

12 Uhr – high noon - versammelten sich über 150 Beschäftigte der DZ BANK. Zwei Körbe Zitronen wurden dem Vorstand überreicht, mit dem Hinweis, dass die Belegschaft sauer ist wegen der Weigerung, Tarifverhandlungen mit der Gewerkschaft ver.di zu führen. Denn Herr Best, Personalchef der DZ BANK, ist im Verhandlungsgremium auf Arbeitgeberseite mit dabei. Deshalb richtete sich der Protest an den Vorstand der DZ Bank. Bis heute kam noch keine Reaktion aus dem 6. Stock - wahrscheinlich lutschen sie noch an den Zitronen.

Auch andernorts Proteste in unterschiedlicher Form!

Da tummelt sich ein Osterhase verspätet in norddeutschen Banken.(?) Und in Baden-Württemberg finden sich merkwürdige Zettel auf den Fluren.

Und immer geht es um die Tarifsituation.

Die Genossenschaftsbanker wollen keinen Tarifvertrag, der ihnen bis zu zwei Monatsgehälter (14 %) variabilisiert. Immer mehr Genossenschaftsbanker glauben auch nicht mehr an die mündlichen Erklärungen ihrer Vorstände, diesen Tarifvertrag nicht anwenden zu wollen. Immer mehr Genossenschaftsbanker wollen Klarheit und Sicherheit vor Vertriebs- und Verkaufsdruck. Immer mehr Genossenschaftsbanker geben sich auch nicht zufrieden, dass ihr Vorstand sie abspeist. „Für den Tarifvertrag ist der AVR zuständig“. Sie wollen jetzt, dass der AVR wieder mit ver.di verhandelt und zu praktikablen Ergebnissen kommt.

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Freitag 11. Juni 2010

Tarifabschluss im Bankgewerbe

Gemeinsame Erklärung zum betrieblichen Gesundheitsschutz vereinbart!

• Beschäftigungssicherung verbessert!

• Vorruhestand und Altersteilzeit verlängert!

• Mehr Geld!

So kann man die wichtigsten Ergebnisse des Tarifabschlusses im privaten/öffentlichen Bankgewerbe zusammenfassen. Dieser Abschluss kam in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag zustande. Während es rund um das Hotel blitzte und donnerte und der Frankfurter Flughafen wegen des Gewitters gesperrt wurde, verhandelten wir in dem düsteren Hotel mit den endlos langen Gängen!

Was sind nun die Details des Abschlusses:

• Eine gemeinsame Erklärung zum betrieblichen Gesundheitsschutz bringt erste wichtige Erfolge auf dem Weg zur Begrenzung des Verkaufsdrucks, des übertriebenen Controllings und der Eingrenzung des Leistungsdrucks in den Back-Office-Bereichen. Hier heißt es u.a.:

o „Führung soll Fehlbelastungen vermeiden. Insbesondere sollen Ziele fair, erreichbar, spezifisch und unter Berücksichtigung der Kundenbedürfnisse formuliert sein

o „Die Unternehmen sollen ihren Beschäftigten angemessene Gestaltungsspielräume einräumen.“

• Das Rationalisierungsschutzabkommen wird wieder in Kraft gesetzt.

o Es enthält erstmals Regelungen zum Vorruhestand und zur Altersteilzeit, die somit unbefristet für den Rationalisierungsfall gelten.

o Gegen die Aussprache von betriebsbedingten Kündigungen werden neue Hürden eingeführt, arbeitgeberseitige Kündigungen werden zwar nicht verboten, aber deutlich schwieriger.

o Der Besitzstand wird deutlich verbessert! Das Gehalt wird gesichert, auch wenn man noch nicht mindestens 10 Jahre in der Bankgearbeitet hat oder 40. Jahre alt ist. Eine deutliche Verbesserung, gerade für junge Menschen!

• Das Vorruhestandsabkommen wird wieder in Kraft gesetzt, diesmal mit einer Geltung bis Ende 2012.

• Das Altersteilzeitabkommen wird bis Ende 2014 verlängert, die tarifliche Kurzarbeit (31-h-Klausel) sogar bis Ende 2015!

• Und schließlich zum Gehalt:

o Die Beschäftigten erhalten im August eine Einmalzahlung in Höhe von 300 EURO (Azubis 75 €)

o Am 1.1.2011 gibt es eine Anhebung der Tabellengehälter um 1,6 % linear, auch für Azubis.

o Der Tarifvertrag ist erstmals zum 29.02.2012 kündbar.

Fazit: Ver.di hat beim Gesundheitsschutz, bei den eingeforderten Maßnahmen gegen den Vertriebs- und Leistungsdruck einen ersten Erfolg errungen! Insbesondere vor dem Hintergrund der ursprünglichen Tabuhaltung der Arbeitgeber. Damit ist klar: Verkaufen auf „Teufel komm raus“ ist mit dem gemeinsamen Willen der Tarifparteien nicht vereinbar! In den Back-office-Abteilungen geht es um die Begrenzung des Leistungsdrucks und die Vermeidung immer eintöniger Arbeitsabläufe. Daran werden wir in den nächsten Monaten und Jahren in den nun anstehenden betrieblichen Umsetzungen anknüpfen! Beschäftigung im Bankgewerbe ist ein gutes Stück sicherer geworden. Einerseits wird es für die Bank schwieriger, Beschäftigten zu kündigen, andererseits erhält sie eine Reihe von Instrumenten zur Beschäftigungssicherung. Ver.di dazu: Zwar werden betriebsbedingte Kündigungen mit diesen Regelungen nicht völlig ausgeschlossen, in der Praxis aber erheblich erschwert. Das ist gut für die Beschäftigten! Die Realeinkommen der Bankangestellten werden gesichert und nicht von der Entwicklung anderer Branchen abgekoppelt. Die ver.di-Tarifkommission, die in einem stickig heißen Raum (die Klimaanlage war ausgefallen) tagte, hat dem Ergebnis im Paket deshalb einstimmig zugestimmt.

Und nun bin ich gespannt, was Ihr sagt. Auch an Deiner Bewertung des Abschlusses bin ich interessiert. Hier kannst du dich klar und deutlich äußern!

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Dienstag 18. Mai 2010

Zäh, zäher, Tarifverhandlungen mit dem AGV-Banken

Wie passten doch die Tarifverhandlungen zu dem Hotel, in dem sie gestern stattfanden. Lange, fensterlose Gänge symbolisierten den Verhandlungsablauf. Und wie in einem langen Tunnel fühlte man sich bei diesen Verhandlungen. Es ging kaum vorwärts. War da ein Licht am Ende des Tunnels und ist das das Ziel oder doch ein entgegenkommender Zug?

Um 13.00 Uhr trafen sich die Delegationen. Man tauschte Positionen aus. Bewegung? Nicht zu erkennen. Die Arbeitgeber betonten immer wieder ihr Nein zu einem Tarifvertrag zur Begrenzung von Vertriebs- und Leistungsdruck. Nein auch zu dem Verzicht auf betriebsbedingten Kündigungen. Keine Zusagen zur Fortsetzung von Vorruhestand oder Altersteilzeit. Und auch kein Angebot zu Gehaltserhöhungen.

Dann ging man in den kleinen Kreis. Die Verhandlungskommission besteht auf ver.di Seiten aus 14 Mitgliedern einschl dem Verhandlungsführer Uwe Foullong und Sekretären, die fachlich zuarbeiten. Im kleinen Kreis verhandelt man mit jeweils 7 Delegierten. Dort dann intensive Diskussionen über die Ausbildungsplätze und die Übernahme. Die Arbeitgeber argumentieren mit Betriebswirtschaft, Risiken und Kosten. Für ver.di ist die gesellschaftliche Aufgabe wichtig, die Startchance für junge Menschen.

Aber auch eine lange Diskussion um Vertriebsdruck und Leistungsstress in den Banken. Unser Hauptthema! Wird auch gar nicht von der AG-Seite geleugnet. „Ja, es wurden Fehler gemacht!“ Aber ändern? Mit ver.di gemeinsam einen Neuanfang? Regelungen treffen? NEIN! Eingriffe in die unternehmerische Freiheit! Aufgabe der Betriebsparteien! Schon so viel vom Gesetzgeber neu geregelt!

Schließlich können bei soviel Ablehnung gerade mal die Themen sortiert werden. Da kommt also noch einiges auf die Verhandler zu. Und viel kommt auf euch und uns alle zu. Denn klar ist: Bewegung am Verhandlungstisch wird es nicht geben, wenn ihr euch nicht einmischt! Ihr, die Beschäftigten in den Banken, ob in Filiale oder den Betriebsabteilungen. Ihr müsst die nächsten Tage und Wochen nutzen und Euren Chefs sagen, dass sie sich bewegen sollen. Dass Ihr die ver.di-Positionen unterstützt.

offiziell
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