Dienstag 25. September 2007

Start der Tarifrunde Versicherungen

Die Tarifverhandlungen für die Beschäftigten im Innendienst der Versicherungen starten heute in Hamburg. ver.di fordert, Gehälter und Verantwortungszulage um 6,5 Prozent zu erhöhen, und zwar rückwirkend ab 1. September 2007 und für ein Jahr. Zu einer rechtzeitigen Aufnahme der Verhandlungen vor Ablauf der Kündigungsfrist Ende August sahen sich die Arbeitgeber nicht in der Lage. Sie schützten unverrückbare Urlaubsplanungen vor, hoffen aber wohl eher, den Beginn der zu verhandelnden Gehaltserhöhungen nach hinten zu verschieben.

In den nächsten Tagen stelle ich nach und nach unsere weiteren Forderungen vor und berichte, was alles so um die Verhandlungen herum passiert. In Stichworten schon einmal die Themen, die wir in den kommenden Wochen mit den Arbeitgebern verhandeln werden:

  • Mehr Ausbildungsplätze und Übernahme der Auszubildenden nach erfolgreichem Abschluss

  • Beschäftigungssicherung

  • Qualifizierung

  • Anpassung der Tarifverträge an die Anforderungen des Allgemeinen Gleichbe-handlungsgesetzes (AGG) und

  • Tarifgespräche zum Gesundheitsschutz und zur Humanisierung der Arbeit.

offiziell
Rubrik: Versicherungen
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Kommentare

 
Timo Tarif · Mittwoch 26. September 2007 · 07:45
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Ihr Timo Tarif
 
Gerhard Jüttner · Donnerstag 27. September 2007 · 03:18
Jährlich neue Rekordgewinne für die Aktionäre - da wollen auch wir Beschäftigte etwas vom Kuchen. Die Forderung von 6,5% ist vor dem wirtschaftlichen Hintergrund in der Branche absolut angemessen.

Besonders wichtig sind für mich aber auch die anderen Forderungen von ver.di, soll mit diesen doch etwas für unser aller Zukunft und die Sicherheit der Arbeitsplätze getan werden.
 
Jochen Findeisen · Donnerstag 27. September 2007 · 05:48
Liebe Kolleginnen und Kollegen,

es war einmal ein schwäbischer Bauer. Der übertrieb es mit der sprichwörtlichen Sparsamkeit der Schwaben so sehr, dass er seine Kartoffeln weder wässerte noch düngte und im Herbst allen und jedem die Schuld daran gab- nur sich selbst nicht-, dass seine Ernte sehr mager ausfiel. Es gibt im Lande weitblickende Unternehmer, die seit Jahren Personal einsparen und ihre verbleibenden Mitarbeiter dergestalt besolden, dass sich deren Nettogehälter seit 20 Jahren nicht wirklich erhöht haben. So müssen wir jetzt in den Tarifverhandlungen hören, dass der Inlandsabsatz von Versicherungsprodukten stagniert und Gehaltserhöhungen unmöglich wären. Wir fragen uns, wer denn Versicherungsprodukte kaufen soll, wenn den Arbeitnehmern seit Jahren höhere Sozialabgaben abverlangt werden und der vielbejubelte "Aufschwung" für die Lebensmittel- und Treibstoff- und Energiekartelle sowie für die Bahn gleich wieder Anlaß zu satten Preiserhöhungen war. Es stünde den Versicherungs-arbeitgebern gut an, hier mit gutem Beispiel voranzugehen, und ihren Teil zur Belebung der Inlandskonjunktur beizutragen.
Wir helfen ihnen gerne dabei indem wir die Erfolgsrezepte des W&W Konzerns in dieser Tarifrunde umsetzen.

Schaffen wir Spitzenleistungen bei der Mobilisierung aller Kolleg/innen in dieser Tarifrunde!
Machen wir Teamgeist erlebbar im gemeinsamen Kampf für unsere Forderungen!
Zeigen wir Courage für das Neue - verwandeln wir unbeteiligte Zuschauer in aktive Ver.di Mitglieder!
Übernehmen wir Verantwortung für uns selbst, unsere Kolleg/innen und die Inlandskonkunktur!
Stellen wir die Kunden in den Mittelpunkt, die sich bei verbesserter Inlandskonjunktur unsere Produkte kaufen können!

Man sieht sich bei den nächsten Aktionen von Ver.di !
Ihre Ver.di Betriebsgruppe i .Hs. Württembergische Versicherung AG!

Jochen Findeisen
Betriebsgruppensprecher
 
Sven Janssen · Freitag 28. September 2007 · 10:58
Liebe Tarifkommission,

ich habe heute Eure Info Nr. 1 09/2007 gelesen. Wie wäre es denn mit etwas weniger Ideologie und etwas mehr Offenheit auch für die Interessen der von Euch vertretenen Mitarbeiter?

Was habt Ihr denn gegen die Variabilisierung der Sonderzahlungen? Mit dem gleichen Recht, mit dem Ihr eine Beteiligung an der guten Ertragslage der Unternehmen fordert, müssen doch auch die Unternehmen eine Chance haben, diese bei einer schlechten Ertragslage zurückzunehmen! Ansonsten gehen die Arbeitgeber auf eine Erhöhung um 6,5% doch nie ein, wenn die für immer und ewig festgeschrieben sind.

Ganz ärgerlich finde ich die Forderung, Mehrarbeit grundsätzlich in Form von Freizeit abzugelten. Was hilft mir das, wenn mein Ehepartner diese Freiheit nicht hat, wir aber ein Haus abbezahlen? Ich will Überstunden weiter ausbezahlt bekommen.

Ich möchte aber nicht nur kritisieren, viele der verdi-Forderungen finde ich auch gut und richtig, so z. B. die Beteiligung der Mitarbeiter an den Gewinnen der Unternehmen, den Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen für Unternehmen, die Gewinn machen, oder die Übernahmegarantie für Auszubildende (ohne dafür Azubi-Stellen zu kürzen).

Viele Grüße
Sven Janssen
 
Timo Tarif · Dienstag 2. Oktober 2007 · 03:37
Sehr geehrter Kollege Janssen,

im Tarifvertrag regeln wir Mindestbedingungen. In nahezu jedem Unternehmen gibt es über die tariflichen Sonderzahlungen hinaus weitere Sonderzahlungen, die meistens (auch) an den Unternehmenserfolg gebunden sind. Die tariflichen Mindestbedingungen sollten aus unserer Sicht fest kalkulierbar sein. Die unternehmerische Verantwortung - und damit auch das unternehmerische Risiko - tragen nicht die Bechäftigten.

Die Diskussion um den Ausgleich von Mehrarbeit ist nicht neu. Natürlich wissen auch wir, daß es viele Bechäftigte gibt, die mit Überstundenvergütungen fest planen. Andererseits gibt es aber zunehmend Beschäftigte in unserer Branche, die von Arbeitsplatzverlust bedroht sind, von den nach wie vor viel zu vielen Menschen, die gar kein Beschäftigung haben, ganz zu schweigen. In dem von Ihnen angesprochenen Sinne, offen für die Belange der Beschäftigten zu sein, bleibt aus unserer Sicht daher gar nicht anderes übrig, als in dieser Frage endlich umzudenken.

Mit freundlichen Grüßen
Timo Tarif
 
Erwin Sendlinger · Dienstag 16. Oktober 2007 · 20:28
Die Forderungen sind völlig richtig und angemessen. Die zu erwartende anhaltende Inflation mit den deutlichen Preissteigerungen insbesondere im Energiesektor erfordert angemessene Lohnsteigerungen. Hinzu kommen die stetigen Produktivitätssteigerungen durch zunehmende Arbeitsverdichtung bzw. Anhebung des qualitativen Niveaus.

Deshalb sollte verdi sich nicht täuschen lassen mit überzogenen Forderungen der Arbeitgeber. Bezogen auf die letzten Jahre sind die Lohnforderungen (wenn sie letztendlich eine 4 vor dem Komma haben) mehr als angemessen. Zudem sollten die Löhne in einem anziehenden Arbeitsmarkt auch aus Sicht der Arbeitgeber einigermaßen attraktiv sein, weil im Rahmen des demographischen Wandels sonst spätestens 2010 Abwanderungen in andere Branchen zu erwarten sind.
 
Michael · Mittwoch 17. Oktober 2007 · 11:19
Hallo,

wie in den letzten Jahren wird auch dieses Jahr wieder "Verlängerung des Altersteilzeittarifvertrages
bis 31.12.2009
mit Rechtsanspruch"
gefordert. Grundsätzlich finde ich die Möglichkeit zur ATZ gut, aber seit einigen Jahren zahlen wir dafür jedes Mal einige % an Tariferhöhung. Die Abschlüsse in der Versicherungsbranche hinken sowieso immer hinter denen anderer Branchen, teilweise deutlich, hinterher. Dann noch der "Abschlag" für die ATZ. Wenn ich kurz vor der Rente stehen würde wäre ich sicherlich froh wenn ich diese Möglichkeit hätte, aber ich gehöre zu der Generation die von der Bundesregierung schon in Sachen Rente ver..... wird und bei den Tarifabschlüssen ist das nicht anders. Ich muß hier Abschläge hinnehmen für irgendwas (in diesem Fall die ATZ) die ich, wenn es für mich wichtig wird, mit Sicherheit nicht in Anspruch nehmen kann weil es bis dahin abgeschafft wurde.

Davon abgesehen denke ich der Arbeitgeber wird eigene ATZ Programme auflegen wenn diese nicht mehr tariflich gesichert sind. Er ist doch sowieso der Meinung die alten erfahrenen Mitarbeiter nicht mehr zu brauchen .....

Grüße
Michael
 

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